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Dorothee Janssen

Willow Creek Leitungskongress endet mit positivem Fazit

4 min read

Hybels: »Der beste Kongress, den ich in 25 Jahren in Deutschland erlebt habe«

Fanpage-Image mit dem Wort Dortmund und den Orten, an die die Veranstaltung übertragen wurde.

Der Geschäftsführer von Willow Creek Deutschland, Karl-Heinz Zimmer, zeigte sich zum Abschluss des Leitungskongresses sehr zufrieden: »Auch nach mehr als zwei Jahrzehnten Willow Creek in Deutschland wächst die Arbeit weiter. Immer mehr Kirchengemeinden profitieren von den Impulsen, Ideen und Kontakten, die sie auf dem Leitungskongress bekommen. Das ist sehr wichtig – denn die Ortsgemeinde ist die Hoffnung der Welt.«

Willow-Creek-Gründer Billy Hybels ermutigte die Zuhörer in seinem Abschlussvortrag, mit einem klaren Vorhaben vom Kongress nach Hause zu fahren: »Ich werde das tun, wozu Gott mich auffordert – für den Rest meines Lebens.« Hybels betonte, wie wichtig es ist, die christliche Botschaft weiterzugeben: »Das größte Geschenk, das man Menschen machen kann ist, dass man ihnen den Gott vorstellt, der sie liebt! Sie werden für immer dafür dankbar sein.« Um dies zu tun, habe es auf der Konferenz wunderbare Impulse gegeben  – Hybels nannte die Veranstaltung in Dortmund den besten Kongress, den er in 25 Jahren in Deutschland erlebt habe.

Bereits am Freitag sprach der Schweizer Theologe Thomas Härry darüber, dass Leiter im Grunde nur eine einzige Person führen müssen – sich selbst. Nur wer sich selbst führe, könne auch andere Menschen führen. Zu einer guten Selbstführung gehört es für Härry, die eigenen Stärken, Ziele und Werte zu erkennen. Darüber hinaus sei es wichtig, Verantwortung für sich und für eigene Entscheidungen zu übernehmen und in der »Selbstfürsorge« darauf zu achten, dass »die Seele nicht austrocknet und der Glaube nicht flach wird«. Der Theologe gab Ratschläge, wie etwa Pfarrer und Teamleiter mit Konflikten umgehen können: Wichtig sei die Bereitschaft, andere Beiträge wohlwollend auszulegen und bereit zu sein, zuzuhören: »Ich bringe mich ein, als ob ich recht hätte – und ich höre zu, als ob ich falsch läge«, sei dabei eine gute Devise.

Der amerikanische Bestsellerautor John C. Maxwell nannte in seinem Vortrag drei Fragen, die Menschen an ihre Leiter hätten. Diese lauten: Liebst du mich? Kannst du mir helfen? Kann ich dir vertrauen? Gute Leiter würden sich jeden Tag ganz bewusst und konkret dazu entscheiden, andere Menschen zu bereichern – durch Unterstützung, Wertschätzung und Ermutigung. Dazu sei ein Umdenken nötig, da der Mensch von Natur aus selbstsüchtig sei.

Am Willow Creek Leitungskongress nahmen insgesamt 12.000 haupt- und ehrenamtliche Kirchenmitarbeiter teil, davon 10.000 in der Dortmunder Westfalenhalle und weitere 2.000 an den zugeschalteten Übertragungsorten. Vom 24. bis 26. Mai 2019 findet in Erfurt der Willow Creek Jugendplus-Kongress statt. Der nächste Leitungskongress ist für 27. bis 29. Februar 2020 in Karlsruhe geplant.

Willow Creek Deutschland will haupt- und ehrenamtliche Kirchenmitarbeiter durch Leitungs-, Jugendplus- und Kinderplus-Mitarbeiter-Kongresse für ihr Engagement in ihrer Kirche neu inspirieren und mobilisieren. Die Kongresse finden seit 1996 in großen Städten Deutschlands statt. Dadurch soll das Potenzial der Ortsgemeinde neu entdeckt und genutzt werden. Gemeinden sollen auf diese Weise in ihrem Umfeld immer umfassender zu Orten der Hoffnung werden. Ihren Ursprung hat die Organisation in der Willow Creek Community Church in South Barrington / Chicago, die mit etwa 24.000 Gottesdienstbesuchern zu den größten der USA gehört.

Pressmitteilung von WillowCreek

Dorothee Janssen

Yes: Menschen engagieren sich für ein lebenswertes Leben mit Hygiene und Bildung. Kennengelernt habe ich sie bei WillowCreek. Armenien ist an sich ein interessantes Land mit einer Kultur, die mich beeindruckt. Aber die Armut ist erdrückend. Es ist ganz furchtbar. Ob man dieses Land auch anders wahrnehmen kann?

Dorothee Janssen

Yes:

Dorothee Janssen

Willow Creek Leitungskongreß

Willow Creek und alle anderen Christen in Leitungsverantwortung auf einem Kongreß

Location: Westfalenhalle, Dortmund

Time:

Ends:

Was ziemlich spacig aus den USA kommt, ist mittlerweile ein Teil bundesdeutscher Ökumene. Nicht unwidersprochen. Ich guck mir das mal an.

Dorothee Janssen

"Keine einfachen Antworten auf komplexe Fragen, sondern die Debatte erweitern!"

5 min read

WDR 5 beim Spülen. Mit halbem Ohr. Dann geht mir dieser Satz nicht mehr aus dem Sinn. Im Podcast finde ich ihn nicht. Es war wohl doch WDR 3. Finde den Satz nicht. Nicht mal an die Sendung kann ich mich mehr erinnern. Aber da gibt es diese Hotline, die ich zum ersten Mal in meinem Leben anrufe, und die sagen mir sehr freundlich, dass eine Mail an die Kulturredaktion der sicherste Weg ist. Ich werde nicht ausgelacht. Das ist was wert.

22. Januar 2018, WDR3, Mosaik, 7.15 Uhr und nicht mehr als die Überschrift dieses Artikels. Eine freundliche Person antwortet mir und hofft, mir geholfen zu haben. Mag sein, dass das alles floskelhaft ist, aber sie haben mir geholfen. Und wie. Abgesehen davon werde ich in meinem Job nicht mit so viel Respekt behandelt. Kunden des Dienstleistunsgunternehmens Kirche werden ... ach, vielleicht doch. Vielleicht steh nur ich dauernd im Weg rum. Dann muss man mich natürlich herumschubsen.

Da hat der Papst doch tatsächlich um Entschuldigung gebeten. Er hatte bei einer Pressekonferenz eine Frage nach der Vertuschung von sexuellem Mißbrauch in Chile mit dem Satz abgebürstet, es gäbe keine Beweise. Nun bittet er um Entschuldigung mit dem Hinweis, man dürfe eine Anzeige sexuellen Mißbrauchs nicht in Frage stellen. Das sei furchtbar. Pater Klaus Mertes schreibt dies in der aktuellen Ausgabe Der Zeit. Es ist erstaunlich. Bis zu diesem Artikel hatte ich bereits allerhand Dämliches zu diesem Vorfall hören müssen. Darunter dies: Die Presse verwurstet die Kirche und springt mit dem Papst respektlos um. Einfache Antworten auf komplexe Zusammenhänge. In diesem Fall ist Pater Mertes der bestmögliche Zeuge, denn er selbst musste Mißbrauchsfälle aufarbeiten. Seine Entscheidung, dies transparent zu tun, hat unserer Kirche geholfen, Verfahren für Aufarbeitung und Aufklärung zu erarbeiten.

Jemand muss den ersten Schritt tun. Das macht es anderen leichter. Aber Sinn macht das nicht, wenn es nur ein erster Schritt ist und Ende. Ein erster Schritt ist nur dann ein erster Schritt, wenn es viele folgende Schritte gibt. -> Veränderung

Jemand muss der Floskel ein Gesicht geben. Man darf sie nicht verlachen. Sie ist vielleicht wirklich schön. Warum solll man sie nicht nehmen, wenn sie das ausdrückt, was man sagen will? -> Tradition

Jemand muss ernst machen. Dieses Gerede vom christlichen Abendland sagt sich so leicht. Und "ohne Geld geht gar nichts". Dieses wertlose Geschwafel lullt uns allesamt ein. Aber es gibt welche, die machen bereits Ernst mit dem Christensein. -> Leben

Mithu Sanyal hatte im WDR in der Sendung Mosaik Nina Reines Theaterstück "Konsens", das derzeit im Düsseldorfer Schauspielhaus auf dem Programm steht, rezensiert. Das war gut anzuhören. Ich mit Geschirrtuch und Besteck, die Worte wie eine sanfte Brise. Es geht um Grenzverletzungen. Das Stück ist furchtbar aktuell. Mag sein, dass der Zuschauende im Theater auf Vergewaltigung gestoßen wird. Es ist furchtbar. Keine sanfte Brise mehr. Mich erinnern diese Texte, die ich da höre, an andere Grenzverletzungen. Die verwüsten meine Lebensfreude. Jeden Moment kann ein Anruf kommen. Oder ich öffne mein Mailfach und muss da wieder was lesen, hanebüchen, jemand, der sich keine Mühe gibt oder enfach ein Opfer sucht.

Da sagt Mithu Sanyal, dass es keine einfachen Antworten auf komplexe Fragen geben kann. Ich sehe das genau so. Ich bin nicht hier, um die Welt zu retten. Wirklich. Ich weiß keineswegs alles besser. Aber ich möchte der Debatte etwas beifügen, das sie erweitert. Darum verstehe ich das so gut, was Mithu Sanyal sagt. Meine Meinung ist das, was ich denke. Sie ist es wert, geäußert zu werden. Die Meinungen meiner Mitmenschen interessieren mich genau so. Wie kommt es nur, dass wir immer wieder in Debattenfallen latschen, in denen nur noch Schwarz und Weiß zählt?

Es geht doch gar nicht mehr darum, wer Recht hat, sondern wie wir einander verstehen und in unserer ungeheuren, unbegreiflichen Vielfalt miteinander leben können.

Dies schreibe ich, um der Debatte etwas hinzuzufügen. Das darf nicht ungesagt bleiben. Und alles andere soll auch noch gesagt werden. Und dafür, dass jemand seine Meinung sagt, soll niemand was aufs Maul kriegen. Nur der Rechthaber, der kann gerne nach Hause gehen und erstmal was Ordentliches essen und trinken und jemanden finden, der ihn lieb hat. Kein Witz. Konsens braucht niemand. Bleibt mir weg mit FriedeFreudeEierbrei. Ich werde nicht gegen dich kämpfen, wenn du was gegen mich hast. Du sollst leben. Wir brauchen die Debatte um Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit und all die wunderbar aufregenden Dinge, die uns täglich aufwachen lassen. Sonst würden wir ja liegen bleiben. Konsens ist was Gefährliches. Darauf kann man sich nicht ausruhen, sonst heißt es eines Tages wieder, dass wir doch alle einverstanden gewesen wären.

Und jetzt laßt mich in Ruhe.

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Zum Weiterlesen:

http://www.zeit.de/2012/47/Pater-Klaus-Mertes-Missbrauch-Kirche

https://www.dhaus.de/programm/a-z/konsens/

http://www.sanyal.de/

Dorothee Janssen

Ach ^^ Das ist traurig. Aber nicht sehr. Ein alter Mensch darf sterben. http://mashable.com/2018/01/23/ursula-le-guin-died/#ok9o1B6Maqq5

Dorothee Janssen

"Wir freuen uns viel zu wenig", sagt der Pastor

2 min read

Am Sonntag war es mal wieder soweit: Die Heilige Messe mit vielen unterschiedlichen Menschen und einem Pastor, der auch nur ein Mensch ist. Es ist der, der viel redet, auch wenn er am Anfang der Predigt bekennt, dass er viel redet und diesmal ... aber das glaubt weder er noch wir.

Das erinnert mich an eine coole Aktion von gott.net.

Bild einer Skulptur des ernst dreinschauenden Martinluther auf einem 0,- € Schein.

Die Idee ist wirklich gut. Man kann anhand eines Geldscheines, eines wirklich original auf Geldscheinpapier gedruckten Luthereuro, über Gnade nachdenken. Gnade ist ein Geschenk. Wirklich. Die Idee ist gut. Sie entwickelt ein Eigenleben. Man kann etwas dafür bekommen, weil wir das Geldgeben und Geldnehmen gewohnt sind. Den Schein in der Hand zu fühlen, gibt dem Gehirn den Impuls, nach einem Gegenwert zu suchen. Man könnte diese Scheine auf einem Gemeindefest nutzen? Man könnte dafür ... .

Aber mir ist etwas aufgefallen auf dem Schein:

So viel Glauben du hast, so viel Lachen hast du.

Martin Luther

Und jetzt weiß ich auch nicht. Dieser Luther lacht bestimmt sehr versonnen in sich hinein. Wenn er soviel Glauben hat, wie diese Skulptur Lachen hat ... .

Die Aktion, wie gesagt, finde ich gut. Aber es ist mir ein Anliegen, auf die Verschleifung der Sprache in unserer Kirche hinzuweisen. Sonntag für Sonntag in unseren Heiligen Messen wird gepredigt und nicht jede Predigt rauscht über unsere Köpfe hinweg. Aber was passiert? Der  Knaller ist für mich, wenn nach der Messe gesagt wir, die Predigt sei gut gewesen, aber auf Nachfrage nichts über ihren Inhalt gesagt werden kann. Und dann erst die Lesungen! Gerne hört man beim Pfarrschoppen oder auf dem Kirchplatz den Satz:

Ist ja alles nicht so gemeint.

Doch. Es ist so gemeint. Wer weiß, was passieren würde, wenn wir das wieder begreifen könnten. Mich macht die Lesung des Sonntags unruhig. Ich möchte mit anderen darüber sprechen. Wir sind ein Glaubensnetzwerk und könnten einander helfen, das Wort Gottes zu verstehen. Das geht mir nicht aus dem Sinnn. Sprache. Ernsthaftigkeit. Liebe.

Dorothee Janssen

Separation - Kurzfilm von Shahaf Ram

1 min read

Denken Sie nicht zu groß von mir. Vom gesprochenen Wort verstehe ich nichts. Aber die Bilder, die verstehe ich schon.

So wie ich in den Film verstehe, bezieht sich Shahaf Ram auf eine konkrete Situation. Es gibt eine Erzählebene. Aber die bleibt unkonkret, subjektiv. Und dieses Subjektive ist verstehbar.

Separation || פרידה (Spoken word by Arik Eber) from Shahaf Ram on Vimeo

Dorothee Janssen

Hörst du mir zu? - Weihnachtspost

2 min read

Der Engel sprach zu den Hirten: "Fürchtet euch nicht. Ich verkünde euch eine große Freude. Euch ist heute der Retter geboren, es ist der Heiland, Jesus Christus, der Herr. Ihr werdet ein Kind in der Krippe finden, in Windeln gewickelt. Und jetzt geht."

Das war jetzt das, was ich behalten habe. Bestimmt wissen Sie es besser. Das ist auch gut so. Es st wichtig, dass Sie sich um die Botschaft des Engels kümmern. Sie funktioniert nicht wie Stille Post. Es ist sehr wichtig, dass Sie hören, was der Engel gesagt hat, denn diese Botschaft ist der Schlüssel.

BEATRICE from Fabrica on Vimeo.

Nicht jede Hoffnungsbotschaft ist eine Weihnachtsbotschaft. Darum sollten Sie nicht versuchen, dieses kleine Video mit Weihnachten in Verbindung zu bringen. Es hat nichts mit Weihnachten zu tun. Nur ich sehe darin etwas, das ich mit meiner Idee von den Hirten auf dem Feld und dem Auftauchen des Engels zusammenbringe: Ich will nicht jemand anders sein. Es tut mir gut, dass der Engel nicht mit der Botschaft ins Haus fällt, sondern erst einmal "Fürchtet euch nicht!" sagt. Das zeigt mir, dass der Engel die Menschen, zu denen er spricht, im Blick hat. Er nimmt die anderen wahr. Er gibt seine Botschaft nicht einfach ab und hat damit seine Pflicht getan. Diese Geschichte vom Engel auf dem Hirtelfeld ist Anlaß für allerhand ausdeutende Kunstwerke. SIe kennen bestimmt einige. Mit dieser Botschaft im Herzen loszulaufen ist Teil der ganzen Geschichte. Sie macht keinen Sinn, wenn sie nicht weitererzählt wird. Und sie hat was mit mir zu tun, weil ich sie gehört habe. Ich gebe sie weiter. Aber ich bin nicht alleinverantwortlich. Trotzdem kommt es auch auf mich an. Eigentlich bin ich nicht geeignet als Botschafterin. Trotzdem kann ich sagen, dass ich, seit ich denken kann, Bilder und Geschichten kenne, die mehr transportieren als das Material, aus dem sie bestehen, hergibt. Darum hole ich immer wieder tief Luft. Das hilft.

In aller Ruhe. Wie der Finne so schön sagt: "Kaikessa rauhassa."

Dorothee Janssen

Mut ist eine sehr persönliche Sache - Weihnachtspost

4 min read

Es wurde prophezeit, es käme einer, der nicht nach dem Hörensagen urteilt. Jesaja 11. Aber wir wissen es ja besser. Das Evangelium. Was heißt das schon? Ein Messias muss auch Macht haben und eine Armee, sonst kann er ja nicht die Welt erorbern. Ist ja klar.

Die ganze Weihnachtsgeschichte steckt voller Gegenbewegungen. Wer immer redaktionell daran gearbeitet hat, wusste viel über Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit. Einer meiner Favoriten sind die Sterndeuter aus dem Morgenland, die später zu 3 heiligen Königen wurden, weil man die Knochen so schön als Reliquien vermarkten konnte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Hingabe

Aus dem Nichts der Geschichte tauchen Menschen auf, die den Weg zum Messias gefunden haben, obwohl sie nichts von seiner Ankunft wissen können. Sie haben keine Ahnung von der Heiligen Schrift. Sie sind Sterndeuter. Glücklicherweise ist ihnen anschließend keiner wie Paulus über den Weg gelaufen, sonst ... . Ach, egal. Sie sind auf jeden Fall wieder verschwunden. Im Ernst: Es sind keine historischen Figuren. Die Exegeten sollen sich über den Sinn ihrer Anwesenheit in der Weihnachtsgeschichte äußern. Ich schreibe hier nur, was sie mir bedeuten.

Menschen, die gemeinsam nach dem Allerwichtigsten im Leben suchen.

Menschen sitzen nachts auf einem Zaun und schauen in den Sternenhimmel.

Photo by Greg Rakozy on Unsplash

Beobachten. Sich erzählen, was man wahrnimmt. Zeit haben. Alles teilen. Ich und die anderen.

Nicht fragen, ob es sich lohnt.

Warum sind die Sterne so schön?
Im Winter erkenne ich den Orion, im Sommer das Himmels-W.
Aber es sind viel zu viele Sterne. Je schöner der Himmel ist, um so weniger kann ich erkennen.
Wenn ich in den Sternenhimmel sehe, sehe ich in die Vergangenheit. Ich löse mich von der Schönheit des Anblicks und denke über das nach, was ich sehe, mache mir Notizen und suche nach Informationen.
Science Fiktion mag ich sehr. Abgesehen von der Wissenschaft ist das Spielen mit Ideen über die Zukunft wohltuend. Die Welt kann ganz anders aussehen. Wir können sie gestalten. Aber es gibt auch Vieles, worauf wir keinen Einfluß haben.

Warum sitze ich hier?

Sterndeuter wird man nicht, weil es der einträglichste Beruf ist. Als Jugendseelsorgerin habe ich erleben müssen wie aus Wilden Kerlen vernünftig denkende Menschen wurden, die ihren Beruf nach den besten Aussichten wählten. Sicherheit, Familie, Gesundheit. Da ist nichts gegen zu sagen.

Oder?

Die Sterndeuter stelle ich mir als begeisterte Menschen vor. Ich bin Gott dankbar, dass es möglich ist, Gott zu finden, auch wenn man nicht zum Insiderkreis gehört. Dieses Brennen für etwas, das ist doch ganz unvernünftig, aber es führt zum Messias. Wie kann es kommen, dass wertvolle Geschenke in einem Stall abgegeben werden? Wie kann es sein, dass die Sterndeuter den Messias im Stall erkennen? Das ist eine sehr kluge Geschichte. Die kann man kaputtromantisieren. Die kann man auch einfach auf sich wirken lassen. Otfried Preußler hat das getan und dann eine so schöne Weihnachtsgeschichte geschrieben: "Die Flucht nach Ägypten". Kaufempfehlung. Als Hörbuch besonders berührend, weil der Vorleser böhmisch spricht.

Die Sterndeuter sind aus der Nummer mit dem "satt, sauber, abgesichert" raus. Wie haben sie das geschaftt?

In diesem Jahr habe ich mich mit Agilem Arbeiten befasst. Der Begriff kommt wie Vieles in unserer Zeit aus dem Technikbereich und wird mittlerweile in der Sozialwirtschaft angewandt. Es heißt, was es sagt: Man auch arbeiten, ohne sich selbst dauernd runterzuziehen. Man kann Prozesse leichter gestalten. Es kann alles flüssiger laufen. Es geht. Menschen arbeiten bereits danach. Diese und verwandte Themen finden Sie in dieser Linkliste: https://tomsgedankenblog.wordpress.com/2017/12/18/linksderwoche-kw-51-2017-produktivitaet-projektmanagement-agile-leadership-selfleadership/ Also habe ich probiert. Kollegen sagen: "Du arbeitest doch sowieso schon so." Ja, danke, nettes Kompliment. Aber das System, in dem ich stecke, funktioniert anders. Meine Erfahrungen will ich 2018 vertiefen. Ich will es besser machen. Es ist nichts so, dass ich es besser weiß. Ich weiß es ja noch gar nicht. Erst muss mal was ausprobiert werden. Immer wieder. Beobachten, kontrollieren, verbessern. Und dann muss mit genau so viel Ernst nach den besten Tageszeiten geguckt werden. Ohne Kollegen geht es nicht. Weglaufen werde ich nicht. Auch das gehört für mich zum agilen Arbeiten nach dem Vorbild der Sterndeuter dazu. Wir haben alle Zeit der Welt.