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Dorothee Janssen

fluter.de

Das Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung. Klingt langweilig, ist es aber nicht.

Der Name alleine ist schon witzig. Die Beiträge sind medial vielfältig, am Puls der Zeit, gut zu lesen und sehr interessant. Manchmal auch aktivierend.

Dorothee Janssen

100 Jahre Frauenwahlrecht: Hut ab, sagt der KFDB am 19. Januar 2019

Machen Sie ein Foto von sich mit Hut und Loaden es up.

Dorothee Janssen

Wichtige Info in Sachen Fledermauskästen

2 min read

red box in the hands of someone wearing a black shirt, post-it on the box: act nowVielleicht gehören Sie auch zu denen, die sich wundern, wo die Fledermäuse bleiben, wo der NABU doch so rührig ist, zu deren Schutz Fledermauskästen anzupreisen. Aber mein Feldermauskasten bleibt leer. Schon im dritten Jahr.

Die Biologische Station in Brilon gab folgende Auskunft:

Der Aufhängeort : 4 m oder so hoch es geht.  Bei Begrünungen mit z.B. Efeu lässt sich da auch keine Fledermaus blicken. Fledermäuse bekommen nur EIN Junges, da ist ihr Sicherheitsbedürfnis recht hoch. Die Erfahrung zeigt, dass minimal 6m Höhe erforderlich sind.

Die Richtung : Norden oder Osten geht, wenn es nicht zu windig an der Stelle ist, ist Westen auch ok. Muss man testen, wie zwischen den Häusern die Luftströmungen sind. Fledermäuse mögen keine Zugluft! Schwalben übrigens auch nicht. Dann ist es so, dass Fledermäuse sehr wählerisch sind. Finden sie etwas mit noch besseren Bedingungen, gehen, oder besser fliegen, sie dort hin.

Und trotzdem:

"Hatte vor fast 30 Jahren zusammen mit anderen Leuten fast 50 Kisten gebaut und sehr sorgfältig die Aufhägeorte gewählt. Ein Kasten war nur einmal, ein anderer bisher 5 mal besetzt. Zum erste Mal nach fast 10 Jahren. Da hatten wir schon zig mal die Wespennester da rausgeprukelt. Die Kästen "funktionieren" am Haus also wirklich selten! Was die Hersteller und auch der Nabu da an Erwartungen schüren, ist wirklich hart an der Grenze. Die Fotos der Hersteller sind fast alle getürkt. Wenn man die normale Körperhaltung von Fledermäusen in ihren Quartieren genau beobachtet hat, erkennt man das sofort. Ich baue nur noch ganz spezielle Kästen, sehr aufwändig und nur zum Nachweis von Fledermäusen im Wald. Da ist die Quote auch gering, andere Nachweismethoden sind auch zeitaufwändig und teuer." (Zitat aus der Antwort von Herrn Hülshoff) 


Vielleicht sollte ich mir doch besser einen Meisenkasten kaufen. Nach der Auskunft von Hernn Hülshoff geht da fast immer wer rein. Flugloch 35 mm. Er hatte 12 Stück im Dorf verteilt, die bis zu 80 bis 90% besetzt sind.

 

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Linkliste:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/index.html

http://biostation-hsk.de/

Foto: https://unsplash.com/@joszczepanska

Dorothee Janssen

Seite 5 - Reportage: Die Benediktinerinnen der Abtei St. Hildegard

Die FAZ mit einem alternativen Fakt (die Äbtissin sieht ganz anders aus). Ansonsten alles richtig (Frauenpower im Kloster).

Dorothee Janssen

buch7.de - Tante Dille

In unseren Kirchen herrscht die Krise. Aber das kriegen bei weitem nicht alle mit. Wer die Finger im Spiel hat, versucht zu retten, was zu retten ist. Sorgen machen sich alle irgendwie.

Dieses Buch sieht mit den Augen eines kleinen Mädchens auf eine Kirchengemeinde, in der eine alte Dame die Fäden zusammenhält (wie in den meisten Gemeinden). Die wunderbaren Bilder zu der Erzählidee von Dorothee Janssen hat Kiki Thaerigen beigesteuert. Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre und dem Betrachten der Bilder und freuen uns, wenn eigene Bilder und Erzählungen dabei entstehen.

[Wrbtxt]

Meine erste Erfahrung mit dem Buchhandel als Autorin.

Dorothee Janssen

DE - Initiatives — voices of faith

Frauen innerhalb der katholischen Kirche solidarisieren sich. Ein Anlaß war der sexulles Mißbrauch durch Kleriker in unserer Kirche. Die Vision: Es wird ohne Machtmissbrauch gehen und wir werden zeigen, dass und wie es geht.

Dorothee Janssen

Das Nähkästchen der Frau Verzjeve

4 min read

Im November 2018 führte uns der Betriebsausflug nach Maastricht. Neben den beiden Basiliken gab es Stadtgeschichte zu entdecken. Wir hatten das Glück, einem engagierten Stadtführer zu begegnen, der viele Details der Geschichte kannte. Seine Begeisterung sprang auf uns über. Wir schlenderten durch verwinkelte Gässchen, blickten in Hinterhöfe und auf kleine Flüsse, stolperten über Kopfsteinpflaster und konnten doch nie genug bekommen. Besonders die Figur der Frau Verzjeve mit ihrem Nähkästchen hatte es uns angetan. Darum möchte ich eine Geschichte weitererzählen, die wir von unserem Stadtführer Jo Mathijssen gehört haben:

In der Straße mit dem Namen Lange Grachtje (Langer kleiner Graben) sieht man Steinreste an der Stadtmauer. Dort hat es in früheren Jahren Armenhäuser gegeben. Sie bestanden aus nur einem Raum und einem Dachboden.

Dort lebte einst eine Familie mit zwei Töchtern. Die Eine der Töchter wollte heiraten. Nun war es schon damals sehr schwer für Töchter armer Leute, ohne Geld zu heiraten. Wie sollte man an das Geld kommen? Die Familie kam auf eine Idee: Man kaufte vier Kaninchen, die wollte man mästen und nach einiger Zeit mit Gewinn wieder verkaufen. Die Kaninchen wurden auf dem Dachboden gut untergebracht und wurden von der jüngsten Tochter gefüttert.

So weit, so gut.

Doch eines Tages waren die Kaninchen weg. Man suchte und suchte und konnte sie nirgends finden. Was war passiert? Erst am Abend kam Licht in die Sache: Der Vater kam mit besoffenem Kopp und zwei Freunden heimgetorkelt. Ihn hatte der große Durst ergriffen. Er hatte sich keinen anderen Rat gewusst, als die Kaninchen vorzeitig gegen Geld auszutauschen. Von dem Geld kauften er und seine Freunde sich Bier und Schnaps. Der Durst wurde gelöscht. Aber glücklich wurden die drei Männer nicht. Sie wurden von der Mutter und einer Nachbarin ordentlich verprügelt. Da beschloss der Vater, aus der Planung der Hochzeit auszusteigen. Er verkrümelte sich lieber. Nun war die Familie wirklich in Not. Die Hochzeit war ja schon geplant, der Termin stand fest, aber es gab kein Geld. Guter Rat musste her. Man grübelte und suchte nach Lösungen. Bis endlich eine der Nachbarfrauen sagte:

Dann müssen wir halt wieder das Nähkästchen von Frau Verzjeve verlosen.

Gesagt, getan. Im Viertel gab es Arme und Leute mit etwas mehr Geld. Man stellte Lose her, die wenig kosteten. So konnte jeder ein Los kaufen und das Geld kam zusammen. Die Familie war getröstet, das Mädchen konnte verheiratet werden. Alle waren glücklich und zufrieden.

Aber der eigentliche Clou an der Geschichte ist die Tatsache, dass Frau Verzjeve ihr Nähkästchen immer noch hatte. Es gab keinen Gewinner. Oder anders gesagt: Gewonnen hatte nur die Tochter. Und die Gemeinschaft der Armen hatte wieder einmal super funktioniert.

Bis auf den heutigen Tag geht die Frau Verzjeve mit ihrem Nähkästchen beim Karnevalszug mit. So wird die Erinnerung an sie bewahrt. Sie muss eine kluge Frau gewesen sein mit vielen guten Ideen und großem Herz. Und mancher Stadtführer erzählt den Touristen davon. Übrigens gab es damals 40 Brauerein in Maastricht. Bier war gesünder als Wasser, weil es durch den Brauvorgang keine Keime enthielt. Wasser wurde aus der Erde hochgepumpt und war voller Keime. Im Brauverfahren wird das Wasser gekocht. "Unsere lebenslustige Art stammt aus dieser Zeit", sagte unser Stadtführer Jo Mathijssen, der uns diese Geschichte erzählte. "Wir sahen uns genötigt, Bier zu trinken. Übrigens lebten die Leute von Maastricht montags noch gesünder. Es gab das Bier zum halben Preis, weil dienstags frisch gebraut wurde. Der Hintergrund war damals, dass Bier nur eine Woche haltbar war."

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Quellen

Bücher

Mestreechter Vertelsel, Alfons Olterdissen, Herausgeber: Vroom en Dreesmann, Maastricht (das war eine Kaufhauskette so wie Kaufhof), 2. Auflage 1975

Prozawerken, Alfons Olterdissen, Herausgeber/Drucker : Leiter-Nypels Maastricht. 1. Auflage 1926

Stadtführer und Erzähler

Jo Mathijssen

Link

https://dbnl.org

https://dbnl.org/tekst/olte001alfo01_01/olte001alfo01_01_0056.php

Youtube

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Dorothee Janssen

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken erklärt im November 2018 gemeinsames geschlossenes Handeln

Die an die Deutsche Bischofskonferenz gerichteten Forderungen, wie sie in der Erklärung zu lesen sind:

"Deshalb fordern wir:

  • Trennung von Exekutive und Judikative im Kirchenrecht. Wir fordern eine unabhängige kirchliche Verwaltungsgerichtsbarkeit für den Bereich der Deutschen Bischofskonferenz.
  • Um eine umfassende Transparenz zu schaffen und der von Papst Franziskus beschriebenen Klerikalisierung entgegenzuwirken ist eine gleichberechtigte Teilhabe von Laien und Geweihten an Leitung von Kirche zu schaffen.
  • Frauen und Männer in Kirche gleich zu stellen und daher Frauen Zugang zu allen kirchlichen Ämtern zu gewähren.
  • Sich aktiv dafür einzusetzen, den Pflichtzölibat abzuschaffen ,
  • In der kirchlichen Sexualmoral die vielfältigen Lebensformen und Lebenswirklichkeiten positiv anzuerkennen
  • Entwicklung einheitlicher Standards bei der Ausbildung für den priesterlichen Dienst auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz
  • die Verantwortung und Entscheidungskompetenz aller Getauften und Geweihten auf allen Ebenen für die Kirche zu verwirklichen"

Dorothee Janssen

ein paar Tage Berlin

5 min read

Mit dem Zug nach Berlin. Weggefahren bin ich dann auch mit einem Zug, aber es war der Flixzug. Das Unternehmen hatte hatte das Startup Locomore übernehmen und macht offenbar da weiter, wo diese geendet sind: alte Waggons, mit Branding oder ohne (es gab sogar einen Waggon im Locomore-Style), innen sauber aber alt, Steckdosen und WLan funktionierten leider nicht, aber im Waggon ganz am Anfang gab es einen Kiosk mit Bio-Angeboten (ich saß im letzten Waggon). Mit mir saßen viele Menschen mit Migrationserfahrung und viele Akademiker im Zug.

In Berlin wohne ich immer im Hotel Grenzfall und es war wie immer perfekt.

Mein erster Eindruck in Berlin:

Hier sind ja kaum Bettler

Im Ruhrgebiet wird man auf den Fußgängerzonen und am Bahnhof ständig angebeldet, mal aggressiv, mal entsetzlich verwahrlost und demütigend. Aber dann betrat ich die U-Bahn. In den 4 Tagen in Berlin gab es nicht eine Fahrt, die nicht mit Musik oder Gesprächen im Rahmen von Bettelei vergingen. Das ist ein interessantes Konzept.

Man betritt die U-Bahn. Sucht sich einen Sitzplatz. Hängt seinen Gedanken nach oder spricht mit jemandem. Dann betritt jemand den Wagen und fängt an auf einem Instrument zu spielen. Derselbe Mensch läuft anschließend von Sitzplatz zu Sitzplatz und hält die Hand auf. Mancher Bettler ist penetrant, will nicht weitergehen, schaut einen auffordernd an. Es stimmt ja auch: Jeder weiß, dass es Bettlern schlecht geht. Kaum ist der Bettler weg, kommt schon der nächste. Noch so eine Masche: Jemand betritt den Waggon und beginnt mit einer Rede. Er spricht  die Fahrgäste direkt an, erzählt seine Geschichte oder das, was er für seine Geschichte hält. Eine Frau verkauft Zeitungen. Ich kaufe eine. Das Erscheinungsdatum liegt ein halbes Jahr zurück. Man kann nicht U-Bahn fahren, ohne angebettelt zu werden. Die Zugänge sind  lang und voll mehr oder wenig guter Musik. Es ist nicht möglich, dieses wunderbare und praktische U-Bahn-Netz zu nutzen, auch das S-Bahn-Netz nicht, ohne dass man ins Grübeln kommt. Ich kann nicht ständig Geld geben. Wieviel Geld soll ich geben? Was ist mit dem, dem ich Geld gebe? Kann ihm geholfen werden? Was würde ihm helfen? Dieses Betteln im Netz des ÖPNV ist ein zielführendes Konzept, wenn man an Geld kommen will. Aber man kommt auch nur an Geld, sonst an Nichts. Es ist traurig. Deprimierend.

Kreuzberg, sagte Raul Krauthausen, sei gar nicht so gefährlich, wie immer behauptet wird. Wir hatten eine nettes Abendessen im kleinen Kreis in einem netten mexikanischen Restaurant. Kaum aus der Tür raus, begegneten uns wieder diese abgrundtief traurigen Menschen, rat- und hoffnungslos, wie gesprenkelt unter die, die es geschafft haben und immer ein bisschen ablehnend wirken, als hätten sie Angst vor etwas.

Es gibt übrigens Buchhandlungen in Berlin. Buchändler sind ja die Bauern der modernen Zeit. Sie wissen, was ich meine. Nur in Berlin findet man tatsächlich (ich warte auf Widerspruch; es freut mich, immer wieder Buchhandlungen zu finden) diese mit Liebe und Kenntnis geführten Läden wie das Ocelot. Dort konnte ich endlich Der Umfall aus dem Avant-Verlag kaufen, auf das ich vergeblich in meinem Büro gewartet hatte, weil der Hermesversand die Tür nicht gefunden hat. Diese Grafic Novel ist empfehlenswert, wenn man nicht alles glaubt. Es handelt sich um ein Auftragswerk aus Anlaß eines Jubiläums einer Einrichtung für Menschen mit Lernbehinderung. Es ist sehr gut und unterhaltsam gezeichnet. Die Geschichte selber ist in kleine thematische Abschnitte eingeteilt. Aber ganz so glatt wie erzählt geht die Eingewöhnung eines Lernbehinderten in eine stationäre Wohneinrichtung eben nicht.

Vor dem Kultrad bin ich eigentlich nur wegen der Bierflaschen in der Auslage stehengeblieben. Dann stachen mir der Klappradluxus ins Aufe. Was soll ich sagen? Es war nett. Wie kann es sein, dass so ein exklisiver Laden auf so schlichte Weise in einer unauffälligen Straße existieren kann? Vermutlich, weil die Website eine ordentliche Reichweite hat. Mit uns waren Menschen aus Sachsen im Laden, die ihre Vorbestellung abholten.

Es hat die meiste Zeit geregnet. Es war nicht schön draußen und die U-Bahn ist auch nicht immer schön. Es gab eine Stellwerkstörung im zentralen Bereich. Stunden unter der Erde und als Fremdling hat man beim Umsteigen was zu tun mit Sucherei. So stieg ich auch mal in die Fahrradrikscha [Dirk Maretzki, 01702664843]. Eine empfehlenswerte Alternative zum Taxi in der Innenstadt. Man wird einfach am stehenden Verkehr vorbeigefahren. hähähä

Während des Redesigns (ich zitiere bloß) der Hedwigskathedrale werden die Gottesdienste nach Sankt Joseph ausgelagert. Dazu liegen Faltblätter aus mit einer Anfahrtsbeschreibung: 6 Stationen mit der U6. In der Stadt sind Pfarreientwicklungsprozesse dank Öffentlichem Personennahverkehr einfacher. Die im Faltblatt angegebenen Webadressen helfen nicht weiter. Aber wer braucht das Internet, wenn es so ein Faltblatt gibt?

 

Dorothee Janssen

November von innen

Der Tee ist frisch und duftet. Draußen ist es im Verlauf der Woche kälter geworden. Erst liefen wir noch im T-Shirt rum, dann deckte der Nebel alles zu. Das war im Rheingau. Jetzt bin ich wieder im Ruhrgebiet. Drinnen ist wärmer als draußen. Kraniche rufen uns was zu, aber wir verstehen es nicht richtig. Sicher war es etwas wie: "Macht s gut. Wir kommen nächstes Jahr wieder."

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This is not the end