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Vom linken Niederrhein ins Ruhrbistum
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Wir erben

Mein Vater ist ein Erbe des Herrn. Das hat er sich nicht ausgedacht, das ist so. Das merkt man seinem Verhalten an. Er ist zufrieden in seinen Schuhen, er geht gerne seiner Wege, er grüßt jeden und freut sich. Mit dieser Haltung bin ich aufgewachsen. Erst im Studium konnte ich diese Zusammenhänge reflektieren. Philosophie und Theologie kennen und beschreiben diese Haltung. Sie ist durch ein tief verwurzeltes Vertrauen geprägt und nicht zu begründen mit den Werten, die wir gewöhnlich für unsere Sicherheit benötigen: Vorsorge, Geld, Macht, Einfluß.

Wir erben das Ganze in dem wir leben. Als Kind bin ich auf langen Zugfahrten in den Urlaub fast verzweifelt an der Begeisterung meines Vaters für alles, was an uns vorbeizog. Alle paar Minuten mussten wir aus dem Fenster gucken, weil da irgendwas zu sehen war. Es gehört meinem Vater natürlich nicht, aber es ist etwas, das mit seinem (und meinem) Leben zu tun hat. Das muss nicht begründet werden, das ist so.

Schneelandschaft, dick eingepackte LangläuferinWir Erben, wir sind nicht blauäugig. Wir ziehen uns warm an, wenn es kalt draußen ist. Aber wir würden im Leben nicht im Haus bleiben, wenn es geschneit hat.

Was uns aus der Fassung bringen kann ist Dummheit und Bosheit. Das passt nämlich nicht in unsere Sicht der Welt. So ist die Welt nicht. Die Welt mag unberechenbar sein. Aber wir sind geprägt von Freude und Vertrauen, von Liebe und Interesse.

Eines Tages erzählt mein Vater, mittlerweile 90 Jahre alt, ganz erschüttert von einem Mann, der ihn um Kleingeld bat. Er brauche Kleingeld für die Parkuhr und wolle Geld wechseln. Das freute meinen Vater. Er hilft gerne. Im Laufe des Gespräches verlor mein Vater die Kontrolle über sein Portemonnaie. Der Mann quatschte ohne Unterlass und bedankte sich am Ende, ging fort. Im Lebensmittelladen merkte mein Vater dann, dass er keine Scheine mehr im Portemonnaie hatte. Das Schlimme daran ist nicht, dass das Geld weg ist, sondern dass es solche Menschen gibt.

Wir sind wir

Wir sind wir - das heißt eben nicht, dass wir besser sind als die anderen, sondern dass wir alle Menschen sind. Wir sind nicht die Sorte Erben, die den anderen das Erbe neiden. Es ist genug für alle da.

Dieser Geist bekennt ebenfalls unserem Geist, dass wir Gottes Kinder (Sprösslinge) sind, und (aber) wenn Kinder (Sprösslinge), dann auch Erben. [Und] nicht nur Erben Gottes [sind wir], sondern auch Miterben mit Christus, da wir ja (wenn wir denn) mit [ihm] leiden, um auch mit [ihm] verherrlicht zu werden.

Römer 8, 17 + 18

Dieses Leiden passiert einfach. Es gehört zum Leben. Es ändert nichts an unserem Status. Das ist beruhigend. Wir sind Erben.

Links

https://offene-bibel.de/wiki/R%C3%B6mer_8

https://www.deutschlandfunk.de/das-denken-pierre-bourdieus-im-21-jahrhundert-noch-feinere.1184.de.ht...

https://eulemagazin.de/struwwelpeters-erben/

 

Ein Gedicht zum 4. Advent

Clemens Wenzeslaus Brentano de La Roche

 

Wenn der lahme Weber

 

Wenn der lahme Weber träumt, er webe

Träumt die kranke Lerche auch, sie schwebe

Träumt die stumme Nachtigall, sie singe

Daß das Herz des Widerhalls zerspringe

Träumt das blinde Huhn, es zähl’ die Kerne

Und der drei je zählte kaum, die Sterne

Träumt das starre Erz, gar linde tau’ es

Und das Eisenherz, ein Kind vertrau’ es

Träumt die taube Nüchternheit, sie lausche

Wie der Traube Schüchternheit berausche;

Kömmt dann Wahrheit mutternackt gelaufen

Führt der hellen Töne Glanzgefunkel

Und der grellen Lichter Tanz durchs Dunkel

Rennt den Traum sie schmerzlich übern Haufen

Horch! die Fackel lacht, horch! Schmerz-Schalmeien

Der erwachten Nacht ins Herz all schreien;

Weh, ohn’ Opfer gehn die süßen Wunder

Gehn die armen Herzen einsam unter!

 

 

3. Advent

Auf der Suche nach einem passenden Krippenbild für 2020 stieß ich auf den Kunstmaler Thomas Ziegler. Ein interessanter Typ. Nun hier, mit Hilfe von Udo Heinl und cooler Musik, meine 5 Cent zum Sonntag Gaudete.

 

Wer das Video guckt, gibt Youtube seine Metadaten. Entscheiden Sie selbst.

 

2. Advent 2020: Im Holzkeller

Der wunderbare Weihnachtsmarkt im Industriemuseum Ennepetal fällt aus. In meiner Verzweiflung suche ich den besten aller Kunstdrechsler auf und suche um einen Besuchstermin in seiner Werkstatt an. Und siehe da: der ganze Keller ist mit Regalen und Podesten versehen. Ich setze meinen Mund-Nase-Schutz auf und bewege mich behutsam durch die Räume.

Eine Klaviatur, die vom Klavier gelöst zwischen Holzengeln steht

Der Erlös kommt dem Projekt Sumbawanga in Tanzania zugute, das am Nikolaustag 2020 bereits zu 94 % finanziert ist. Da gibt es keinen Reibungsverlust durch Verwaltung. Ich werde noch mal wiederkommen müssen, denn meine Tasche war zu klein.

Durchgang in einem Keller, links ein schmales Regal mit Holzprodukten.

Vorher mal kurz bei Bernhard Horstmann anrufen 02335 62422 oder mailen ubf.horstmann at online.de , damit auch jemand aufmacht. Im Keller herrschen immer noch Kreativität und Schaffensfreude. Damit das so bleibt, müssen die Regale gelehrt werden. ;- ) Ich tu, was ich kann. Zu Weihnachten wird es wieder Kerzenständer, Serviettenringe, Skulpturen, Bilderrahmen, Pfeffermühlen, Sterne, Schalen in allen Größen, ... geben.

Regal im dunklen Keller, Gewürzmühlen und Schalen.

Die Drechslerarbeiten sind poliert und fühlen sich weich an. Besonders interessieren mich die Fundstücke aus dem Wald, Wurzeln und wild gewachsene Hölzer, alte Bodenbretter, neu angeordnet, geschliffen, neu präsentiert. Natur und Kultur, die Schnittmenge in ihrer schönsten Form, Anstöße für neue Geschichten.

Blick aus dem dunklen Kellergang vorbei an einem Regal, an dem Sterne hängen, hinein in einen hellen Raum voller Sterne und weiterer Produkte aus Holz und Informationen über Sumbawanga

Leider kann ich nicht lange bleiben, denn die Aerosole, die ich trotz Mund-Nase-Schutz verbreite, kontaminieren die Luft. Wir bräuchten einen Ort im Freien und ein Lagerfeuer. Bestimmt fällt uns da noch was ein.

Momentan ist es aber auch schön, alles in Ruhe ansehen zu können, ohne die vielen drängelnden Menschen und Seitengespräche und Gerüche.

Ich gehe mit einem Adventswürfel in der Tasche. Heute kommen die 2 Löcher für die beiden Kerzen des 2. Advent nach oben. ;-) 5 und 6 Löcher gibt es nicht.

 

1. Advent 2020

Looking For Something from César Pelizer on Vimeo.

A surreal journey of a man wondering about the meaning of life and looking for answers within his own consciousness while snoozing at his desk during working hours.

Directed, animated and written by César Pelizer
Produced by weareseventeen
Music, Sound and VO by Thomas Williams

cesarpelizer.co.uk
weareseventeen.com

 

Adventskalender 2020

Drucken Sie ihn sich selber aus

https://codeberg.org/OpenChurch/Wiki/src/branch/master/Gottesdienste/Kirchenjahr/Advent/Sketch%20Adv...

Der ulimative Adventskalender zum Selberbefüllen

5 kleine selbstgemalte Bildchen, die zeigen, wie jemand sich über einen Adventskalender freut, dann aber merkt, das er ihn selbst befüllen muss. im 3. Bildchen wird ihm Liebe in form eines Herzchens von oben geschenkt. Da versteht er und befüllt seinen Kalender.

Copyright Janna Brakensiek, freigegeben unter [Creative Commons Lizenz CC BY-SA 4.0] (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de)

 

Voll daneben - über Verhaltensauffälligkeiten in Sitzungen

In der vergangenen Woche gab es an einem Tag 2 Sitzungen.

In der ersten Sitzungen war eine offensichtlich psychisch gestörte Person anwesend. Wer sie nicht kannte, war entsetzt. Man sprach anschließend darüber.

In der zweiten Sitzung erzählte ich davon und wurde gefragt, woran denn die psychische Erkrankung zu erkennen gewesen sei. Nun. Nicht leicht zu beantworten, wenn auch offensichtlich. Ich sagte also:

+ viele erkämpfte Gesprächsanteile

+ abweichen von der Tagesordnung

+ personenbezogen statt themenbezogen

+ unruhig

+ anklagend

+ desorientiert (kommt zu spät, weil sie den Weg nicht gefunden hat; geht aufs Damen-, statt aufs Herrenclo)

Wann ist ein Mensch psychisch gestört ?

Bei der Aufzählung der Verhaltensweisen fällt schnell auf, dass es in jeder Sitzung diese Menschen gibt, die aber nicht als psychisch gestört gelten. Sie nerven einfach. Mehr ist da nicht. Sie verhindern, dass Ziele errreicht werden, weil sie ihre eigenen Ziele durchsetzen. Sie lösen Aggressionen aus.

Jetzt lesen Sie besser ein Buch oder fragen die Ärztin Ihres Vertrauens oder bemühen die Suchmaschine der Wahl. Denn eine Antwort auf die Frage der Überschrift gibt es nicht. Das können andere besser. Was mich beschäftigt ist die Tatsache, dass wir in allen Sitzungen mit Verhaltensauffälligkeiten zu tun haben, die nicht bekämpft werden können. Was kann man tun?

Das Dilemma der gestörten Sitzungen

Sie haben Glück, wenn die Leitung einer Sitzung eine starke und gut ausgebildete Persönlichkeit mit einem modernen Führungsstil ist. Dann ist das Protokoll nicht für den Müll, sondern wird permanent befragt, um Themen abzuarbeiten und Aufgaben zu überprüfen.

Sollte tatsächlich ein psychisch kranker Mensch anwesend sein, gebührt diesem die ganze Aufmerksamkeit. Er ist krank. Was kann man tun?

Wer aber nichts als ein Störfaktor ist, kann durch einen klaren eindeutigen Leitungsstil auf einen Weg gesetzt werden, der seinen Fähigkeiten und seiner Rolle in der Gruppe entspricht.

Alles andere ist Zeitverschwendung.

Weiterlesen:

http://www.refbejuso.ch/fileadmin/user_upload/Downloads/Gemeindedienste_und_Bildung/KISO/Blick_zurue...

https://www.kreuzwort-raetsel.com/f/gespr%C3%A4chsleitung

https://www.gemeinde-leiten.de/leitung/kirchenvorstand/kirchenvorstandssitzung/sitzungskultur-und-zu...

https://www.erzbistum-muenchen.de/cms-media/media-16747420.PDF

https://www.betriebsrat.com/br-forum/364244/leitung-einer-betriebsratssitzung

Podcast:

https://www.wuv.de/karriere/wie_fuehrung_und_resilienz_aufeinander_einzahlen

https://forschergeist.de/

https://frischetheke-podcast.de/

 

Gewissensfragen

Heute war ich mit der Missionarin meines Vertrauens in einem der besten Cafés der Stadt https://www.cafedelangel.de/ . Sie war eingeladen, aber wir mussten trotzdem 10 Minuten über die Preise diskutieren. Der Platz im Garten ist liebevoll gestaltet und wird gerne und viel aufgesucht. Wir mussten dann nochmal über die Preise diskutieren. Es gibt 7 Möglichkeiten, einen Filterkaffee aufzubrühen, zwischen denen man wählen kann. Blödsinn, sagt die Missionarin meines Vertrauens. Die sollten da eine ordentliche Kaffeemaschine hinstellen, dann wären die Preise nicht so hoch. Sie lebt in Ghana in einem Slum. Nach dem Bezahlen fragt sie den Chef, ob sie mit ihrem Hauskreis für 2 € pro Tasse Kaffee auch willkommen wäre. Er will das mal durchrechnen.

Wir leben in verschiedenen Welten. Sie hat Ideen und packt die an. Ich halte den Ball flach. Ideen gibt es genug. Hin und wieder brauche ich Zeiten der Entspannung. Sie macht sich Sorgen um alles. Vor 30 Jahren war das anders. Da kamen ihr unsere Probleme in Europa läppisch vor verglichen mit denen in Accra. Sie ist älter, aber nicht ruhiger geworden. Wir diskutierten zum Vergnügen der anderen Gäste über die Heilige Schrift.

Wird Jesus im Alten Testament angekündigt?

Wir suchen Argumente und Bibelstellen und fragen nach dem Sinn dieser Idee. Und was bedeutet Leichte Sprache (das ist ja mein Thema)? Wieso gibt es so wenig Diakone in der katholischen Kirche? Sie wundert sich, dass ich hauptamtlich angestellt bin in der katholischen Kirche. Ich erzähle ihr nichts von dem schwelenden Streit um die Gemeindeleitungen. Die Gespräche an den Nebentischen sind längst völlig zum Erliegen gekommen. Ob es war ist, dass 90 % der Deutschen Heiden sind? Wie soll ich das wissen? 90 % halte ich für hoch gegriffen. Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, sind noch keine Heiden. Und wer in der Kirche ist, ist noch kein Christ. Am ausbleibenden Applaus merke ich, dass wir nicht unter Populisten sitzen.

 

Maudie - der Film

In der vergangenen Woche war auf ARTE der irisch-kanadische Film Maudie im Programm, der noch einige Zeit in der Mediathek zu sehen ist. Eine Empfehlung, ein wunderbarer, langsamer, Film voll Spannung. Am Ende werden Sie sagen:

Bewundernswert, wie Maudie ihr Leben trotz ihrer Behinderung meistert

Aber in Wirklichkeit lebt Maudie schlicht ihr Leben. So geht es nach meiner Erfahrung den meisten Menschen, die mit einer Behinderung geboren wurden. Sie kennen sich nicht anderes und finden sich ok. Es sind die anderen, die das nicht verstehen und die Differenez zwischen normal und behindert betonen.

https://www.arte.tv/de/videos/092917-000-A/maudie/