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Vom linken Niederrhein ins Ruhrbistum
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Dorothee Janssen

Leisure with Vincent

1 min read

Eine Reise durch mehrere Gemälde des großen Künstlers Vincent van Gogh. Mittendrin eine Ahnung von einer Kunst in unserer Zeit, die auf seine Art das Quartier gestaltet.

Van Gogh beeidruckt mich durch seine Farben und seine Pinselführung.

No Blue Without Yellow from Maciek Janicki on Vimeo.

Dorothee Janssen

Artikel 13 verhindern - Retten wir das Internet

1 min read

Hier mal ein Link , der Ihnen das Aktiv-werden ermöglicht, und ein Youtube-Video, das den Sinn der Aktion erklärt. Beides müssen Sie anklicken, um da was mit zu machen. Die Inhalte stammen nicht von mir. Ich teile sie, weil ich sie wichtig finde.

 

Hier gibt es haufenweise Informationen zu den politischen Hintergründen und Kampagnenmaterial: -> Link.

Dorothee Janssen

Mastodon !!!!111!!!

1 min read

Und vergessen Sie bitte nicht, dass Sie sich mehr um die Umwelt kümmern wollten. In Berlin könnten Sie Bits & Bäume besuchen und in Dortmund Fairfriends.

Dorothee Janssen

Wo ist mein Zuhause ?

4 min read

An einem fremden Laptop, ohne meine Favoriten den Browser geöffnet und gemerkt

Welche Adresse will ich öffnen ?

Am heimischen Laptop sind sofort die relevanten Reiter offen und werden von links nach rechts besucht. Aber jetzt fehlen mir die Passwörter für einige Accounts. Ähnlich geht es mir beim

Betriebssystem

Am Einfachsten ist es mit Ubuntu, aber richtig froh bin ich damit nicht. Ein paar Jahre nehme ich dieses oder jenes aus der breiten Palette von Linux. Nirgends bleibe ich lange. Zuerst war es die Lust am Neuen. Jetzt ist es die Sehnsucht nach etwas, das Bestand hat.

Nachdem ich meinen Kalender im Hotel auf Aland (mit Kreis auf dem ersten A) liegengelassen habe, beginne ich die Nutzung eines Kalenders auf meinem Smartphone. Der liegt in einer Cloud.

Auch daran muss ich arbeiten. Tatsächlich ist das Smartphone ein interessantes Werkzeug. Ich traue ihm noch nicht so ganz. Allerdings kann ich meinen Kalender nicht verlieren, wenn er in der Cloud ist.

Wir nehmen, was wir brauchen

Die Alten nutzen Telefon und Fernsehen, Zeitung und Handy, Post und den Tratsch auf dem Markt. Heute erzählte mir eine alte Dame ganz begeistert, ihr Handy habe auch eine Kamerafunktion. Wir tauschten uns über Nutzen und Unsinn moderner Technik aus. Sie ist auf einen Gehstock angwiesen und hat für weitere Wege ein Gerät, dass sie Scooter nennt. Es ist ein Scooter. Sie benennt die Dinge, wie sie heißen. Sie hat kein Problem damit. Sie ist in den 90igern. Ich rechne ein bisschen und ahne, was sie alles an Veränderungen miterlebt hat. Sie gehört zu denen, die das Leben leben. Sie sehnt sich nicht zurück in eine vermeintlich heile Welt.

Wir nehmen, was wir brauchen. Das bedeutet nicht, dass wir horten und Geschäfte machen. Wir brauchen einfach nur das, was wir brauchen. Horten müssen wir nicht mehr, weil wir wissen, dass wir bekommen, was wir brauchen. Es liest sich wie ein Utopie. Aber die alte Dame sieht das Leben so. Man muss nicht alles haben, um es nutzen zu können. Dieser Scooter beispielsweise gehört der Krankenkasse. Das ist auch gar nicht schlimm. Die Wohnung gehört ihr ja auch nicht, die hat sie nur gemietet.

Mit der Cloud ist sie nicht einverstanden. Es müsste was geben, was alle nutzen können und wo man trotzdem nicht beklaut wird, sagt sie. Und ich antworte, aus solchen Ideen entstünden neue Programme. So entwickelt sich alles weiter. Sie nickt. Ich muss an die vielen Flüchtlinge denken. Und ich denke, sie sollten bekommen, was sie brauchen, und wir sollten ihnen geben, was sie brauchen, wenn wir es haben. Wir können teilen. Insbesondere unsere Lebenserfahrung können wir teilen. Nur nehmen, was man braucht. Nur haben, was man braucht. Keine Angst haben müssen, dass man zu kurz kommt. Aber das kann man zwar erzählen und leben, verordnen und in Gesetze packen kann man es nicht.

Heute ging es im Sonntagsevangelium wieder um das Brot und die Menschen, die Jesus suchen, weil er Brot vermehren kann. Er klärt das Missverständnis auf. Aber damit ist es noch nicht klar. Wie soll man das verstehen? Essen muss jeder. Leider sind wir zu dick - im Durchschnitt. Denn das Essen ist die schnellste Möglichkeit der Selbstbefriedigung. Alles andere gibt der Sehnsucht Konturen und führt über unbekannte Wege irgendwohin, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist.

Dorothee Janssen

Mein erstes Aland

3 min read

Wie bekomme ich nur diesen Kreis auf das A? Stellen Sie sich bitte immer einen Kreis auf dem A vor, wenn Sie Aland lesen in diesem Artikel. Es ist diese Inselgruppe zwischen Finnland und Schweden, die in Finnland einen Sonderstatus hat und auf der man schwedisch spricht. Sie bezahlen in € und bekommen Briefmarken, die nur auf Aland gelten. Weil ich mich nicht gut vorbereitet hatte, fand der Urlaub nur auf der Hauptinsel statt. Fahrradfahren ist anstrengend wegen der Felsen, aus denen die Insel besteht. Es geht rauf und runter und im Juli 2018 knallte die Sonne erbarmungslos. Beim nächsten Mal werde ich mich über den Fährverkehr zwischen den Inseln erkundigen.

Hin kommt man von Grissleholm (Schweden) oder Turku (Finnland). Alles andere ist Spaß oder hat tieferliegende Gründe.

Eine Schöne Überraschung war das "Segel", mit dem das Fährschiff Grace angetrieben wurde: Norsepower. Wir haben Abende im Internet verbracht, um uns zu informieren. Wunderbar. Es gibt Erfingungen, die werden vergessen und dann von einem Startup wiederentdeckt und angewendet. Sehen Sie selbst.

Schwarzbrot gab es in unserer Unterkunft nicht. Dabei gehört dieses Schwarzbrot zu den Spezialitäten. So stand es im Reiseführer. Es gibt Apfelmost. Sehr lecker. Und es war so heiß, das die schlauen Rehe aus dem ausgedörrten Wald über die Absperrungen in die Gärten kamen, um die Blumen wegzufressen. Die Touristeninformation vor Ort haben wir als nicht sehr pfiffig erlebt. Manches Feine entdeckten wir anhand der POIs mit OSMand+. Diese Navgations-App kam zum Einsatz, weil Garmin Skandinavien nicht zu Zentraleuropa zählt (was irgendwie verständlich ist, wenn man an die Datenmenge denkt).

Sehenswert sind die alten Kirchen in ihrer Schlichtheit und Größe. Wuchtige und liebevoll gestaltete Gotteshäuser. Es gibt einen dicken Band mit Bildern und Erklärungen, der in allen Kirchen, die wir besucht haben, ausliegt. So kann man sich jeweils über Besonderheiten und den Stand der Forschung informieren. Die Kirchen sind wochentags geöffnet, wenn man in den Ferien zu Besuch kommt. Dann sitzt schon mal ein junger Bursche in der letzten Bank und liest seine Comics. Hauptsache, es ist jemand vor Ort. Die Tiekirkko (Wegkirche, vergleichbar mit unseren Autobahnkirchen, nur dass sie Gemeindekirchen sind) in Jomala war am Wochenende geschlossen.
Offensichtlich sehr alte Zeichnungen auf Putz konnte ich nur teilweise entschlüsseln. Sie wirken anrührend.

Dorothee Janssen

PASTORALPOPULISMUS - aber es ginge natürlich auch anders

4 min read

Christian Hennecke gebraucht ein schreiendes Wort in einem Artikel, der mir aus dem Herzen spricht, ebenso wie seine Twitterei zum Thema in der Auseinandersetzung mit einem Redakteur von katholisch.de . Der Artikel ist lesenswert. Er spricht Journalismus an. Die Art und Weise, in der Lesende gewonnen werden sollen mit knappen, klaren Aussagen, die aber beileibe komplexe Zusammenhänge nicht wiedergeben können. Wer im kirchlichen Bereich eine Aussage macht, kommt um eine Einbettung in kirchengeschichtliche Zusammenhänge nicht herum. Man kann nicht einfach sagen

Alle sollen zum Tisch des Herrn geladen sein

Man darf niemanden ausschließen

Solche Sätze sind unredlich, wenn sie von Theologen kommen, weil sie das Publikum ansprechen, ohne die lange Geschichte unserer Kirche ernst zu nehmen. Man kann das Rad nicht rumdrehen. So einfach ist das nicht. Wie fatal Korrekturen verlaufen können, sehen wir an der Wirklungs-Geschichte des II. Vatikanischen Konzils, das uns viel Gutes gebracht hat, dessen Inhalte längst nicht umgesetzt sind, weil sie umgesetzt werden müssen. Das bedeutet Veränderung. Dabei geschehen Brüche, weil Entscheidungen getroffen werden müssen. Damit muss man sich befassen, bevor man den Mund auftut. Damit muss man auch das Publikum vertraut machen, sonst hält man es für unmündig.

Publik-Forum hat eine Petition an den Papst gestartet. Sie trägt die reißerische Überschrift "Keine Ausgrenzung am Tisch des Herrn". Dabei kann man von Publik Forum anderes erwarten. So wie sie es angehen, fallen die Kommentare der Online-Unterzeichnenden aus. Purer Pastoralpopulismus.

Vor der Sonntagsmesse spricht mich ein Gemeindemitglied stürmisch an, ich könne ja jetzt gleich unterschreiben, da ich ja da bin. Zack. Eine Unterschriftenliste. Das gestrige Klick des kleinen Mannes. Heute klickt man. Zack. Es kommt noch schlimmer. Der Zelebrant weist am Ende der Messe auf die Unterschriftenliste hin. Auch er erklärt nichts. Es gibt aber ein DIN-A-4-Blatt mit Informationen, das jeder mitnehmen kann. Das finde ich gut. Aber bis alle das gelesen haben, haben sie unterschrieben. Wer nicht unterschreibt, steht im Verdacht, dagegen zu sein.

Müssen jetzt alle Theologen werden, bevor wir weiter diskutieren können?

Aber nein. Aber informieren müssen wir uns schon. Es sind sowieso nur knapp 100 von 3000 Christen, die wir nach der Kirche erreichen. Denn wir informieren uns grundsätzlich erst einmal nicht. Lesen Sie den oben verlinkten Artikel von Christian Hennecke. Er hat es wunderbar erklärt. Aber lesen müssen sie es schon. Oder sie lesen etwas anderes. Und miteinander sprechen müssen wir. Kontakt halten. Kommunizieren. Sonst geht es nicht. Dem Papst Verschleierung vorzuwerfen ist Blödsinn. Wir befinden uns in einem Prozess. Wer einerseits Aggiornamento will und andererseits jede Äußerung des Papstes auf die Goldwaage legt, ist verlogen und bigott. Denn was sich im Großen abspielt, geschieht genau so in unseren Gemeinden. Es bedarf der Meinungsbildung.

Meinungsbildung gegen Pastoralpopulismus

und Gottvertrauen

Dies schreibe ich am Fest Mariä Heimsuchung, das ein Fest der Frauensolidarität ist. Es kann ein Fest der Solidarität sein für alle Berufenen, die begeistert sind und deren Weg mit Gott nicht mit einem Examen beginnt, sondern mit dem Ruf, der an sie ergeht (kirchisch gesprochen). All dies kann ich ohne Gottvertrauen nicht denken. Darum wünsche ich sehr, dass wir aufhören, einander zu belehren. Auch miteinander sprechen ist zu wenig. Wir müssen einander schon lieben. Sonst klappt es nicht. Das haben bereits die Apostel für Sie getestet.

Dorothee Janssen

Es müsste ein Wohnen geben, das ein Leben ist. Und so müsste auch Kirche sein.

2 min read

Wir haben einen Pastor, der ist musikalisch. Wenn er sich unbeobachtet fühlt, improvisiert er über Themen aus Klassik und Jazz bis der Arzt kommt. Aber weil die Dinge sind wie sie sind, wird er im Alltag aufgerieben. Taufe, Berrdigung, Hochzeit, Heilige Messe, Geburtstagsbesuch, eine Sitzung nach der anderen. Es ist nicht jedem gegeben, für seine Lebensentwürfe zu kämpfen. Und so weiß seine Gemeinde nicht, dass Gottesdienste auch ganz anders aussehen könnten.

Wir haben im Bistum Essen sogar eine Abteilung, die sich mit dem Umwidmen von nicht mehr gebrauchten Kirchen befasst. Wer zupackend unterwegs ist, kann aus seiner Kirche was machen. Es gibt schon richtig schöne Beispiele von Umbauten, die eine Weiterentwicklung sind.

Als wir noch aus dem Vollen schöpfen konnten, sah es so aus, als bräuchten wir uns nicht zu kümmern. Darum kann man manche Gebäude ohne Bedauern abreißen. Sie sind marode. Nur die Gemeindemitglieder, denen das Lebendige im Gottesdienst abgeht, sehen im Stadtteil die Kirche schwinden. Wir sind wie paralysiert in unseren Gemeinden. Es werden Fördervereine gegründet, aber es findet kein Diskurs statt.

Es müsste neue Wohnformen geben, die die Durchlässigkeit von Leben und Glauben möglich machen. Und es müsste klar sein, dass beruflich Tätige in der Kirche auch Glaubende sind wie alle anderen in den Gemeinden. Wenn das so wäre, wäre auch klar, dass die gesamte Bandbreite unserer Kultur mit unserer Kirche nicht nur in Berührung kommen muss. Wir müssen nicht "zu den Menschen gehen", weil wir die Menschen sind. Alles andere ist bullshit.

Und jetzt. Musik!

 

Dorothee Janssen

Strohhalme, Informationsoverload und die Wahrheit

6 min read

Aber eigentlich geht es hier darum, dass wir in der katholischen Kirche das Mitgefühl verlernen, weil wir das Veröffentlichen von Daten nicht auf die Reihe bekommen. In meinen beruflichen Anfängen konnten wir Aushänge im Schaukasten machen, wenn jemand gestorben war oder zwei heiraten wollten. Von Anfang an redeten wir nur darüber, ob wir das dürfen oder nicht. Wir sprachen nicht über die Menschen, mit denen wir es zu tun hatten, die wir kannten oder nicht kannten. Nur die Insider, die gaben einander Informationen über Krankenhausaufenthalte, Bedürftigkeiten und heiße Tipps.

So nahm alles seinen Lauf. Heute wissen wir nicht, wie wir mit der DSGVO anders umgehen können, als es für eine Einschränkung unserer Kreativität zu halten. In den zur Verfügung gestellten Generatoren werden Datenschutzerklärungen erstellt, die so oft das Wort Google enthalten, dass es schon zum Lachen ist. Wir sind das älteste Netzwerk der Menschheit, aber haben das vernetzen verlernt. In unseren Kreisen ist die Meinungsbildung kein Teil der Kultur. Teil der Kultur ist das Zurechtkommen mit dem, was "von oben" kommt (wobei der Bischof gemeint ist).

Viele Informationen, vieles, was man entscheiden müsste. Wir müssten mehr miteinander reden, aber nicht, um alles im Griff zu behalten, sondern um voneinander zu lernen.

Open Data und Privatsphäre

Open Data ist ein Begriff. Damit bezeichnet man die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Daten durch die Öffentlichkeit. Beispielsweise werden Daten, die im Besitz der Stadt Wuppertal sind, öffentlich zugänglich gemacht. Es geht dabei nicht mehr nur um Öffnungszeiten, Telefonnummern und Adressen. Alles, was von öffentlichem Interesse ist, wird gepflegt, präsentiert und kann genutzt werden. Das motiviert Bürger und Bürgerinnen zum Mittun. Sie sind nicht nur Teil ihrer Stadt, sondern betrachten das Ganze als ihr Eigentum (nicht als Besitz, den sie verkaufen könnten, sondern als Wert).

Macht euch die Erde untertan

- Genesis 1 und 2

Die Stadt ist nicht Sache der Stadt als eines unpersönlichen Gebildes. Die Stadt, das sind wir.

Es werden nicht Namen, Adressen und Sonstiges der Bürger und Bürgerinnen veröffentlicht. Das ist Privatsphäre. Die Privatsphäre wird geschützt. Was offen sein kann, wird geöffnet und allen zugänglich gemacht.

Kirche

Wuppertal soll ein Bild sein für das, was Kirche sein könnte. Stellen Sie sich vor, mit der Kirche wäre es genau so. Alle Daten wären öffentlich zugänglich, solange sie nicht mit Privatsphäre verknüpft wären. Man müsste nicht danach suchen. Die Daten wären so aufbereitet, dass man sie lesen und nutzen kann. Niemand würde behaupten, es wäre alles öffentlich, solange es nicht auch leicht zu finden ist und nutzbar ist.

Wie viele Gebäude haben wir?

Wie umfangreich ist der Haushalt und wer ist für ihn verantwortlich?

Wie wird entschieden, wer was bekommt?

Wer hat Zugang zu den Sakramenten?

...

Zu Open Data und Privatsphäre kommt noch :

Transparenz

Gut wäre es , wenn Vorgänge transparent wären. Wer spricht mit wem? Wie werden Entscheidungen getroffen? ... Und das alles ohne Rückgriff auf Totschlagargumente. Das Anliegen eines Mitmenschen würde ernst genommen. Man würde ihm nicht mit Paragraphen oder Bibelstellen kommen, sondern zuhören, verstehen lernen und aus dem Dialog die notwendigen Antworten finden. Das wäre möglich, weil jeder Mensch neu Lust bekommen, sich in einen Dialog mit seiner Kirche zu begeben. Denn es wäre möglich, die richtigen Telefonnummern und E-Mail-Adressen zu finden. Man stünde nicht mehr vor verschlossenen Türen, weil es kein Herrschaftswissen mehr gäbe. Alles wäre getränkt von dem Willen, zu leben wie Jesus. Damit das gelingen kann, müssen alle Menschen sich beteiligen - oder doch zumindest eine Menge Menschen. Die Verwaltung muss Wege bereitstellen. Anders geht es nicht. Denn sie hat die Macht. Es reicht nicht, Prozeduren einzurichten und öffentlich zu machen. Es müssen diese Prozeduren auch genutzt werden können. Wenn es so wäre, könnte niemand mehr herrschen, indem er teilt.

Die Verantwortung ...

... liegt bei den Mächtigen. Natürlich ist alles im Internet und sonstwo vorhanden, aber die Informationsflut macht einen bekloppt. Man wird hin und her gezerrt von sich widersprechenden Meldungen. "Ist der Bischof von Essen jetzt progressiv oder konservativ?" Diese Frage könnte man getrost der Privatsphäre überlassen, wenn man sich nicht übergangen fühlte. Noch ist nicht transparent, wo welche Informationen langfließen. Noch ist nicht gewährleistet, dass Informationen da ankommen, wo sie hinsollen. Was muss ich wissen? Was kann weg? Jeder einzelne Mensch kann in Wuppertal und in der Kirche Verantwortung übernehmen, wenn es möglich gemacht wird.

Strohhalme und die DSGVO

Lobbyarbeit sorgt allerorten für Verwirrung. Lobbyarbeit hat Ziele vor Augen und Macht im Sinn. Ihr haben wir es zu verdanken, dass die DSGVO mehr Verwirrung anrichtet, als sie es ohnehin schon getan hätte. Aber die DSGVO ist nicht verabschiedet worden, weil die Menschheit unterjocht werden soll, sondern weil die Macht von Facebook, Google, Amazon und einigen anderen bedrohlich wird. Die Privatsphäre muss geschützt werden. Fakemedlungen verbreiten Angst vor der DSGVO. Da hilft nur informieren.

Die EU will Plastikzeug verbieten. Es geht um Einweggeschirr. Im Grunde geht es um die Rettung des Planeten, weil die Weltmeere voll sind von dem Zeug. Verwirrung stiftet diese Meldung in der Behindertenszene, weil mancher Mensch dank dieser Strohhalme gut trinken kann. Alles andere wäre unschön. Schnabeltassen sind kein Ersatz. Der Aufschrei ist nicht halb so gut zu vernehmen wie der mit der DSGVO. Aber er ist da. Wenn nun Meinungsbildung und Verantwortung Teil unserer Kultur wären, würden Betroffene schlicht Kontakt mit verantwortlichen Stellen aufnehmen und ihr Anliegen mitteilen. Man würde im Dialog die Antwort auf das Problem finden. Fertig. Und jetzt wissen Sie auch, wie die Strohhalme in die Überschrift gekommen sind.

 


Dorothee Janssen

Dorothee Janssen

Die Überführung von Gebeinen als Strategie

3 min read

Werica ist eine Frau in Herbede gewesen.

Sie hat im 9. Jahrhunderts gelebt.

Sie war blind.

Bei Wikipedia lese ich, dass ein Graf Waltbert die Gebeine des heiligen Alexander nach Wildeshausen (südlich von Bremen) bringen ließ. Es gibt eine Legende, die dies erzählt.

Im Winter 850/851 sollen auf Betreiben des Waltbraht bzw. Waltbert, Graf im Lerigau und Enkel des Sachsenführers Widukind, Reliquien des heiligen Alexander in das im Osten seines Gaus gelegene Wildeshausen (südlich von Bremen) gebracht worden sein, wo Waltbraht ein Kanonikerstift gegründet hatte. Diese Übertragung stand im Zusammenhang mit zahlreichen anderen Reliquientranslationen der Zeit, die die Sachsenmission unterstützen sollten. Von der Übertragung und den sie begleitenden Wundern berichtet die Translationslegende De miraculis sancti Alexandri.

Quelle: Wikipedia

Wir haben heute noch eine Wericastraße in Herbede. Es wurde überliefert, dass Werica den Sarg mit den Gebeinen des Alexander berührte und so sehend wurde. Aber in dem zitierten Artikel steht auch, dass mit Reliquienübertragungen die Sachsenmission unterstützt werden sollte. Ich stell mir das so vor:

Die Menschen haben Respekt vor den Knochen von Heiligen. Sie bewundern den Mut der Märtyrer. Die Machthaber können mit einer Reliquienübertragung viele Menschen erreichen. Der Sarg reist durch das Land und muss immer wieder irgendwo über Nacht stehenbleiben. Das ist eine Gelegenheit, den Menschen von Gott zu erzählen und sie an diesen mächtigen Gott zu binden. Und wenn dann auch noch jemand geheilt wird, ist das besonders beeindruckend.

Ist Werica wirklich geheilt worden? Oder wurden solche Wunder inszeniert wie Events?

Wir in Herbede wissen nichts mehr von diesen Geschichte. Wenige interessieren sich für Geschichte. Was hat das auch mit uns zu tun?

Mir macht es Spaß, dass ein wenig schürfen an den Informationen, die uns zugänglich sind, bereits kleine Ecken unserer Geschichte zu Tage bringt. Diese Translationslegende würde ich gerne lesen. Wenige Kilometer die Ruhr runter hatten die Gebeine des heiligen Liborius gerastet. So vermutet man. Denn dort steht die St. Liborius - Kirche. Man baute solche Kirchen an den Stellen, an denen während einer Translation der Sarg ruhte. Wenn man sich in die Geschichte vertieft, findet man alle paar Kilometer Zeugnisse christlichen Glaubens und von Kirchenpolitik.

Heute gibt es eine Wericastraße und einige Freifunkrouter mit der Bezeichnung Werica. Der heilige Alexander hat sie über seinen Tod hinaus noch heilen können, weil sie daran geglaubt hat, dass dies möglich ist. Glaube schafft Verbindungen und Veränderungen. Unsere Ideen werden diesen Glauben weitertragen. Auch wenn wir keine Macht mehr haben und nichts als eine Bewegung unter vielen sein werden.

Sie brachten die Knochen des toten Märtyrers

in das Land der Widerspenstigen

Knochen, zu erzählen

von Mut, Liebe, Familie und Glauben

Hier wissen wir nichts mehr über diese Reise

bis auf die Frau, die geheilt wurde

Der Name des Märtyrers ist Alexander

Der Name der Fau ist Werica

Im Namen Gottes

This is not the end