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Wir können wieder Eucharistie, aber ... lieber nicht

Letzen Sonntag war zum ersten Mal nach einer langen pandemiebedingten Auszeit wieder eine Sonntagsmesse. Mit Anmeldung. Ist klar.

9 Menschen waren außer dem Zelebranten anwesend. Das ist wenig für eine Kirche, in der sonntags 100 Menschen zur Messe gekommen waren. Es ist wohl so, wie viele Bischöfe und Pastoraltheologen befürchten: Sie sind weg.

Im Verlauf der vergangenen Woche äußerten sich Gemeinemitglieder mir gegenüber zur Sonntagsmesse wie folgt:

- Ne, informiert werden muss niemand, das es wieder Messen gibt, es steht ja in der Zeitung.

- Ne, ich geh nicht in die Kirche, das ist mir zu umständlich mit dem Anmelden.

- Wir haben in der Zwischenzeit andere Rituale für unseren Sonntag gefunden.

Ihr seid die Reben

An diesem Sonntag zelebrierte ein zorniger Zelebrant aus Afrika. Er begrüßte die Gemeinde mit "Guten Morgen" und forderte sie auf, das lauter zu wiederholen, sie seien wohl noch schlafend. 14 Menschen waren zur Heiligen Messe erschienen.

Der zornige Zelebrant predigte nach den beiden Lesungen und dem Evangelium vom Weinstock und den Reben von der Aufklärung, die in Europa, nicht in Afrika und auch nicht in Asien, Gott aus der Öffentichkeit gebracht habe. Er habe mit einer Psychologin, die auch Yogalehrerin sei und nicht an Gott glaube, zufällig darüber gesprochen, dass sie den Menschen nicht helfen können. Sie wisse nicht wie. Dabei sei es so einfach, sagte der zornige Zelebrant zornig. Gott sei der Architekt der Seele. Der Mensch müsse Gott machen lassen.

Wer in mit bleibt

Nur sehr selten verlasse ich einen Gottesdienst. Diesmal wurde mir sein Zorn zu viel. Wie soll ich an der Eucharistie teilnehmen, die mir aus seinen zornigen Händen gereicht werden würde? Wie soll ich ertragen, dass Menschen mir nach der Messe sagen, die Hauptsache sei doch, dass wir eine Eucharistiefeier haben?

Vor der Messe hatte eine Frau gefragt, wie dass denn möglich sein, dass der Pastoralreferent die Kommunion austeile. Das habe er getan. Er habe eine so herzensgute Messe gehalten und dann auch die Kommunion an alle gegeben. Schwach nur, konnte ich widersprechen, es könne doch ein Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung gewesen sein ... . Die Gemeindemitglieder interessiert es nicht, was wir pastoralen Mitarbeiter so zu verkapeneuern haben. Sie genießen die Wohltat eines Gottesdienstes. Sie genießen, was die Kirche ihnen zu schenken hat. Für die Erneuerung der Kirche werden wir pastoralen Mitarbeiter wohl alleine kämpfen müssen.

Ohne mich könnt ihr nichts tun

Ich habe die Heilige Messe also vorzeitig und ohne den Trost der Eucharistie verlassen.

Man kann nicht nicht kommunizieren

Im Wohnheim für Menschen mit Behinderung lasse ich mich schnelltesten und berate mit dem Mitarbeiter in der Zeit des Wartens über die nächsten Schritte: Wie weit können wir gehen? Dann wird ein Ehrenamtlicher schnellgetestet. Wir ziehen in 2 Einheiten in Richtung Bäckerei und treffen uns am Öffentlichen Bücherschrank wieder. Wir, das sind 1 Hauptamtliche, 1 Ehrenamtlicher, 3 Menschen mit Unterstützungsbedarf. Wir treffen andere Menschen, reden, lächeln, planen für den nächsten Sonntag. Wir werden in die Kirche gehen. Denn sie alle wollen wieder in die Kirche. Sie durften so lange nicht. Die Angst vor dem Virus ist groß. Aber nun werden Bänke aus der Kirche entfernt und Raum für Stühle, Rollstühle, Kinderwagen, Rollatoren geschaffen. Was wir alles an Raum einnehmen werden in der Kirche und wie! Wir freuen uns sehr darauf.

Sonntag der geistlichen Berufen

Am letzten Sonntag hatte ich das große Glück, eine Predigt zum Sonntag der gesitlichen Berufungen hören zu können. Der Zelebrant predigte über die Frage:

Wem dient ihr?

Wem diene ich?

Wer kann mir sagen, ob ich meine Sache gut mache?

Wie viel muss ich aushalten?

Wann ist es angebracht, Widerstand zu leisten?

Der Sonntag der geistlichen Berufungen stand unter dem Motto Werft die Netze aus.
Der zornige Zelebrant des heutigen Sonntags sieht die wenigen Fische, die noch in die Netze gehen. Wir Frauen werfen unsere Netze neu aus, an unüblichen Orten, auf der anderen Seite des Bootes. Wir vertrauen dem Wort Gottes und wir geben niemals auf.

 

Rückblick auf die Onlinekonferenz des Synodalen Weges Februar 2021

Hearing

Wiedergabe der Hearings. Wenn alles gut läuft, beginnt das Video genau da.

Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche

Es geht in Statements um die Priesterweihe.

Es geht um die Frage, ob das Mannsein eine Voraussetzung zur Priesterweihe ist.

Gut zu sehen mit den Kommentaren auf Youtube in der rechten Spalte. Es beginnt mit "kein Ton". Als wäre es Konzeptkunst.

Das Erste, was wir hören ist "Organisationsstruktur". Es ist wirklich ein Traum. So kann Kommunikation gehen.

Im Bild unten links sehen wir die Namen der Beitragenden.

Links

Osnabrücker Thesen

 

 

 

 

Wir erben

Mein Vater ist ein Erbe des Herrn. Das hat er sich nicht ausgedacht, das ist so. Das merkt man seinem Verhalten an. Er ist zufrieden in seinen Schuhen, er geht gerne seiner Wege, er grüßt jeden und freut sich. Mit dieser Haltung bin ich aufgewachsen. Erst im Studium konnte ich diese Zusammenhänge reflektieren. Philosophie und Theologie kennen und beschreiben diese Haltung. Sie ist durch ein tief verwurzeltes Vertrauen geprägt und nicht zu begründen mit den Werten, die wir gewöhnlich für unsere Sicherheit benötigen: Vorsorge, Geld, Macht, Einfluß.

Wir erben das Ganze in dem wir leben. Als Kind bin ich auf langen Zugfahrten in den Urlaub fast verzweifelt an der Begeisterung meines Vaters für alles, was an uns vorbeizog. Alle paar Minuten mussten wir aus dem Fenster gucken, weil da irgendwas zu sehen war. Es gehört meinem Vater natürlich nicht, aber es ist etwas, das mit seinem (und meinem) Leben zu tun hat. Das muss nicht begründet werden, das ist so.

Schneelandschaft, dick eingepackte LangläuferinWir Erben, wir sind nicht blauäugig. Wir ziehen uns warm an, wenn es kalt draußen ist. Aber wir würden im Leben nicht im Haus bleiben, wenn es geschneit hat.

Was uns aus der Fassung bringen kann ist Dummheit und Bosheit. Das passt nämlich nicht in unsere Sicht der Welt. So ist die Welt nicht. Die Welt mag unberechenbar sein. Aber wir sind geprägt von Freude und Vertrauen, von Liebe und Interesse.

Eines Tages erzählt mein Vater, mittlerweile 90 Jahre alt, ganz erschüttert von einem Mann, der ihn um Kleingeld bat. Er brauche Kleingeld für die Parkuhr und wolle Geld wechseln. Das freute meinen Vater. Er hilft gerne. Im Laufe des Gespräches verlor mein Vater die Kontrolle über sein Portemonnaie. Der Mann quatschte ohne Unterlass und bedankte sich am Ende, ging fort. Im Lebensmittelladen merkte mein Vater dann, dass er keine Scheine mehr im Portemonnaie hatte. Das Schlimme daran ist nicht, dass das Geld weg ist, sondern dass es solche Menschen gibt.

Wir sind wir

Wir sind wir - das heißt eben nicht, dass wir besser sind als die anderen, sondern dass wir alle Menschen sind. Wir sind nicht die Sorte Erben, die den anderen das Erbe neiden. Es ist genug für alle da.

Dieser Geist bekennt ebenfalls unserem Geist, dass wir Gottes Kinder (Sprösslinge) sind, und (aber) wenn Kinder (Sprösslinge), dann auch Erben. [Und] nicht nur Erben Gottes [sind wir], sondern auch Miterben mit Christus, da wir ja (wenn wir denn) mit [ihm] leiden, um auch mit [ihm] verherrlicht zu werden.

Römer 8, 17 + 18

Dieses Leiden passiert einfach. Es gehört zum Leben. Es ändert nichts an unserem Status. Das ist beruhigend. Wir sind Erben.

Links

https://offene-bibel.de/wiki/R%C3%B6mer_8

https://www.deutschlandfunk.de/das-denken-pierre-bourdieus-im-21-jahrhundert-noch-feinere.1184.de.ht...

https://eulemagazin.de/struwwelpeters-erben/

 

Ein Gedicht zum 4. Advent

Clemens Wenzeslaus Brentano de La Roche

 

Wenn der lahme Weber

 

Wenn der lahme Weber träumt, er webe

Träumt die kranke Lerche auch, sie schwebe

Träumt die stumme Nachtigall, sie singe

Daß das Herz des Widerhalls zerspringe

Träumt das blinde Huhn, es zähl’ die Kerne

Und der drei je zählte kaum, die Sterne

Träumt das starre Erz, gar linde tau’ es

Und das Eisenherz, ein Kind vertrau’ es

Träumt die taube Nüchternheit, sie lausche

Wie der Traube Schüchternheit berausche;

Kömmt dann Wahrheit mutternackt gelaufen

Führt der hellen Töne Glanzgefunkel

Und der grellen Lichter Tanz durchs Dunkel

Rennt den Traum sie schmerzlich übern Haufen

Horch! die Fackel lacht, horch! Schmerz-Schalmeien

Der erwachten Nacht ins Herz all schreien;

Weh, ohn’ Opfer gehn die süßen Wunder

Gehn die armen Herzen einsam unter!

 

 

3. Advent

Auf der Suche nach einem passenden Krippenbild für 2020 stieß ich auf den Kunstmaler Thomas Ziegler. Ein interessanter Typ. Nun hier, mit Hilfe von Udo Heinl und cooler Musik, meine 5 Cent zum Sonntag Gaudete.

 

Wer das Video guckt, gibt Youtube seine Metadaten. Entscheiden Sie selbst.

 

2. Advent 2020: Im Holzkeller

Der wunderbare Weihnachtsmarkt im Industriemuseum Ennepetal fällt aus. In meiner Verzweiflung suche ich den besten aller Kunstdrechsler auf und suche um einen Besuchstermin in seiner Werkstatt an. Und siehe da: der ganze Keller ist mit Regalen und Podesten versehen. Ich setze meinen Mund-Nase-Schutz auf und bewege mich behutsam durch die Räume.

Eine Klaviatur, die vom Klavier gelöst zwischen Holzengeln steht

Der Erlös kommt dem Projekt Sumbawanga in Tanzania zugute, das am Nikolaustag 2020 bereits zu 94 % finanziert ist. Da gibt es keinen Reibungsverlust durch Verwaltung. Ich werde noch mal wiederkommen müssen, denn meine Tasche war zu klein.

Durchgang in einem Keller, links ein schmales Regal mit Holzprodukten.

Vorher mal kurz bei Bernhard Horstmann anrufen 02335 62422 oder mailen ubf.horstmann at online.de , damit auch jemand aufmacht. Im Keller herrschen immer noch Kreativität und Schaffensfreude. Damit das so bleibt, müssen die Regale gelehrt werden. ;- ) Ich tu, was ich kann. Zu Weihnachten wird es wieder Kerzenständer, Serviettenringe, Skulpturen, Bilderrahmen, Pfeffermühlen, Sterne, Schalen in allen Größen, ... geben.

Regal im dunklen Keller, Gewürzmühlen und Schalen.

Die Drechslerarbeiten sind poliert und fühlen sich weich an. Besonders interessieren mich die Fundstücke aus dem Wald, Wurzeln und wild gewachsene Hölzer, alte Bodenbretter, neu angeordnet, geschliffen, neu präsentiert. Natur und Kultur, die Schnittmenge in ihrer schönsten Form, Anstöße für neue Geschichten.

Blick aus dem dunklen Kellergang vorbei an einem Regal, an dem Sterne hängen, hinein in einen hellen Raum voller Sterne und weiterer Produkte aus Holz und Informationen über Sumbawanga

Leider kann ich nicht lange bleiben, denn die Aerosole, die ich trotz Mund-Nase-Schutz verbreite, kontaminieren die Luft. Wir bräuchten einen Ort im Freien und ein Lagerfeuer. Bestimmt fällt uns da noch was ein.

Momentan ist es aber auch schön, alles in Ruhe ansehen zu können, ohne die vielen drängelnden Menschen und Seitengespräche und Gerüche.

Ich gehe mit einem Adventswürfel in der Tasche. Heute kommen die 2 Löcher für die beiden Kerzen des 2. Advent nach oben. ;-) 5 und 6 Löcher gibt es nicht.

 

1. Advent 2020

Looking For Something from César Pelizer on Vimeo.

A surreal journey of a man wondering about the meaning of life and looking for answers within his own consciousness while snoozing at his desk during working hours.

Directed, animated and written by César Pelizer
Produced by weareseventeen
Music, Sound and VO by Thomas Williams

cesarpelizer.co.uk
weareseventeen.com