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Dorothee Janssen

Die Satten hungrig machen

3 min read

In der Tageszeitung einer Mediengruppe konnte man heute im Regionalteil über die Renovierung einer Bäckerei lesen. Zwei Aussagen finde ich bemerkenswert:

Wir müssen die Satten hungrig machen

Der Chef der Traditionsbäckerei stellte fest, dass weniger Brot gegessen wird. Er meinte, sie müssten die Satten hungrig machen. Da merkt die Religionspädagogin in mir auf. Zum Einen werden Waren geschickt angeboten. Es geht um den Gewinn, nicht um das, was der Mensch braucht. Was für einen Hunger haben wir denn? Der Kaufmann bietet seine Waren an und will sie verkaufen. Ihn interessiert doch gar nicht, ob er seinem Kunden eine Freude damit macht oder ob der Kunde anschließend zufrieden ist. Die Feststellung finde ich zutreffend: Wenn er mehr Gewinn machen will, muss sowas wie Geschmacksverstärker in die Sache. Der Kunde soll mehr essen, als er zum Leben braucht. Zum Anderen ist da der Kunde, der sich gern mal fragen darf:

Hab ich Hunger?

Wonach hab ich Hunger? Oder ist dieses Gefühl ein ganz anderes? Müdigkeit? Traurigkeit? Sehnsucht? Es ist so kompliziert. Da ess ich doch lieber ein Teilchen und trinke einen Milchshake aus dem Kühlfach dazu. Alles überzuckert und für ein paar Minuten geht es mir besser. Aber dann kommt dieses Gefühl wieder, das kein Hunger nach Essen ist. Die Mühe, den Hunger seiner Kunden ernst zu nehmen, macht der Kaufmann sich nicht. Er kann ja auch nur Backwaren verkaufen. Für alles andere ist er nicht zuständig. Für einen Teil des Hungers ist die Kirche zuständig. Aber die kümmert sich nur, wenn der Kunde "in den Laden" kommt, sich anständig benimmt, nicht zu laut ist ... und so komme ich zur zweiten bemerkenswerten Aussage:

Hygge statt Industriestyle

Wie soll der Laden nach der Renovierung aussehen? Industriestyle würde ja zu unserer Gegend passen. Aber man entscheid sich für das dänische Hygge, über das man ruhig lästern darf, aber wir haben ja auch verpasst "the real german Gemutlichkeit" zur Marke zu machen. Nun bin ich gespannt, wie der Laden eingerichtet sein wird. Ich stelle ihn mir mit Sitzgelegenheiten vor, in denen man gerne bleibt. So wie ich mir meine Kirche wünsche. Ein Ort zum Bleiben.

Der Bäcker

Das Handwerk.

Der Traditionsbäcker, wie er in dem Artikel genannt wird, hat offenbar was über Marketing gelernt. Dabei war seine Bäckerei immer schon der Ort, an den Menschen gerne gingen, weil seine Ware gut ist und seine Fachverkäuferinnen freundlich und geschult. Das wird so bleiben.

Quelle: https://www.wp.de/staedte/herdecke-wetter/herdecker-traditionsbaecker-modernisiert-in-der-fussgaengerzone-id226690915.html

This is not the end