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Dorothee Janssen

ein paar Tage Berlin

4 min read

Mit dem Zug nach Berlin. Weggefahren bin ich dann auch mit einem Zug, aber es war der Flixzug. Das Unternehmen hatte hatte das Startup Locomore übernehmen und macht offenbar da weiter, wo diese geendet sind: alte Waggons, mit Branding oder ohne (es gab sogar einen Waggon im Locomore-Style), innen sauber aber alt, Steckdosen und WLan funktionierten leider nicht, aber im Waggon ganz am Anfang gab es einen Kiosk mit Bio-Angeboten (ich saß im letzten Waggon). Mit mir saßen viele Menschen mit Migrationserfahrung und viele Akademiker im Zug.

In Berlin wohne ich immer im Hotel Grenzfall und es war wie immer perfekt.

Mein erster Eindruck in Berlin:

Hier sind ja kaum Bettler

Im Ruhrgebiet wird man auf den Fußgängerzonen und am Bahnhof ständig angebeldet, mal aggressiv, mal entsetzlich verwahrlost und demütigend. Aber dann betrat ich die U-Bahn. In den 4 Tagen in Berlin gab es nicht eine Fahrt, die nicht mit Musik oder Gesprächen im Rahmen von Bettelei vergingen. Das ist ein interessantes Konzept.

Kreuzberg, sagte Raul Krauthausen, sei gar nicht so gefährlich, wie immer behauptet wird. Wir hatten eine nettes Abendessen im kleinen Kreis in einem netten mexikanischen Restaurant. Kaum aus der Tür raus, begegneten uns wieder diese abgrundtief traurigen Menschen, rat- und hoffnungslos, wie gesprenkelt unter die, die es geschafft haben und immer ein bisschen ablehnend wirken, als hätten sie Angst vor etwas.

Es gibt übrigens Buchhandlungen in Berlin. Buchändler sind ja die Bauern der modernen Zeit. Sie wissen, was ich meine. Nur in Berlin findet man tatsächlich (ich warte auf Widerspruch; es freut mich, immer wieder Buchhandlungen zu finden) diese mit Liebe und Kenntnis geführten Läden wie das Ocelot. Dort konnte ich endlich Der Umfall aus dem Avant-Verlag kaufen, auf das ich vergeblich in meinem Büro gewartet hatte, weil der Hermesversand die Tür nicht gefunden hat. Diese Grafic Novel ist empfehlenswert, wenn man nicht alles glaubt. Es handelt sich um ein Auftragswerk aus Anlaß eines Jubiläums einer Einrichtung für Menschen mit Lernbehinderung. Es ist sehr gut und unterhaltsam gezeichnet. Die Geschichte selber ist in kleine thematische Abschnitte eingeteilt. Aber ganz so glatt wie erzählt geht die Eingewöhnung eines Lernbehinderten in eine stationäre Wohneinrichtung eben nicht.

Vor dem Kultrad bin ich eigentlich nur wegen der Bierflaschen in der Auslage stehengeblieben. Dann stachen mir der Klappradluxus ins Aufe. Was soll ich sagen? Es war nett. Wie kann es sein, dass so ein exklisiver Laden auf so schlichte Weise in einer unauffälligen Straße existieren kann? Vermutlich, weil die Website eine ordentliche Reichweite hat. Mit uns waren Menschen aus Sachsen im Laden, die ihre Vorbestellung abholten.

Es hat die meiste Zeit geregnet. Es war nicht schön draußen und die U-Bahn ist auch nicht immer schön. Es gab eine Stellwerkstörung im zentralen Bereich. Stunden unter der Erde und als Fremdling hat man beim Umsteigen was zu tun mit Sucherei. So stieg ich auch mal in die Fahrradrikscha [Dirk Maretzki, 01702664843]. Eine empfehlenswerte Alternative zum Taxi in der Innenstadt. Man wird einfach am stehenden Verkehr vorbeigefahren. hähähä

Während des Redesigns (ich zitiere bloß) der Hedwigskathedrale werden die Gottesdienste nach Sankt Joseph ausgelagert. Dazu liegen Faltblätter aus mit einer Anfahrtsbeschreibung: 6 Stationen mit der U6. In der Stadt sind Pfarreientwicklungsprozesse dank Öffentlichem Personennahverkehr einfacher. Die im Faltblatt angegebenen Webadressen helfen nicht weiter. Aber wer braucht das Internet, wenn es so ein Faltblatt gibt?

 

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