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Dorothee Janssen

Es müsste ein Wohnen geben, das ein Leben ist. Und so müsste auch Kirche sein.

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Wir haben einen Pastor, der ist musikalisch. Wenn er sich unbeobachtet fühlt, improvisiert er über Themen aus Klassik und Jazz bis der Arzt kommt. Aber weil die Dinge sind wie sie sind, wird er im Alltag aufgerieben. Taufe, Berrdigung, Hochzeit, Heilige Messe, Geburtstagsbesuch, eine Sitzung nach der anderen. Es ist nicht jedem gegeben, für seine Lebensentwürfe zu kämpfen. Und so weiß seine Gemeinde nicht, dass Gottesdienste auch ganz anders aussehen könnten.

Wir haben im Bistum Essen sogar eine Abteilung, die sich mit dem Umwidmen von nicht mehr gebrauchten Kirchen befasst. Wer zupackend unterwegs ist, kann aus seiner Kirche was machen. Es gibt schon richtig schöne Beispiele von Umbauten, die eine Weiterentwicklung sind.

Als wir noch aus dem Vollen schöpfen konnten, sah es so aus, als bräuchten wir uns nicht zu kümmern. Darum kann man manche Gebäude ohne Bedauern abreißen. Sie sind marode. Nur die Gemeindemitglieder, denen das Lebendige im Gottesdienst abgeht, sehen im Stadtteil die Kirche schwinden. Wir sind wie paralysiert in unseren Gemeinden. Es werden Fördervereine gegründet, aber es findet kein Diskurs statt.

Es müsste neue Wohnformen geben, die die Durchlässigkeit von Leben und Glauben möglich machen. Und es müsste klar sein, dass beruflich Tätige in der Kirche auch Glaubende sind wie alle anderen in den Gemeinden. Wenn das so wäre, wäre auch klar, dass die gesamte Bandbreite unserer Kultur mit unserer Kirche nicht nur in Berührung kommen muss. Wir müssen nicht "zu den Menschen gehen", weil wir die Menschen sind. Alles andere ist bullshit.

Und jetzt. Musik!