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Dorothee Janssen

Wenn alle machten, was sie wollten, so wie das kleine Mädchen im Bus.

2 min read

Ein kleines Mädchen setzt sich zu mir im Linienbus und redet vergnügt in einer mir fremden Sprache. Sie hat kein Problem, dass ich in meiner Sprache rede. Schließlich macht sie deutlich, dass sie mein Smartphone will. Wir schauen uns gemeinsam Bilder an. Das ist lustig. Sie sagt in meiner Sprache, was sie sieht, und ich nehme mal an, dass viele Menschen, die mit mir gefahren sind, nun wissen, was sich auf meinem Handy befindet. Schließlich endeckt das kleine Mädchen (ca. 4 Jahre alt) ein Foto von einem Bucheinband.

Ein kleiner Junge sitzt lachendauf einem Brett. Er hält mit einer Hand ein aufgeschlagenes Buch auf seinen Knien.Foto: https://unsplash.com/@benwhitephotography

Mit 2 Fingern macht sie die Schrift größer. Dann fokusiert sie einen Buchstaben, den ich vorlesen soll. Auf diese Weise gehen wir die erste Zeile durch. Sie jubelt. Und beginnt von vorn. Irgendwann schiebt sie das Bild auf die 2. Zeile. Buchstabe für Buchstabe. Mittlerweile kennt sie schon einige Buchstaben, die sie selber vorliest. Wenn eine Zeile zu Ende ist, jubelt sie wieder. Das geht eine ganze Weile so.

Sie entdeckt die Kamerafunktion. O. Sie ahnen, was passiert. Ich habe jetzt viele Fotos von mir und von dem Mädchen und auch einen kleinen Film, den wir uns x-mal angeguckt habe. Sie hat mir genau gesagt, wie ich mich setzen soll. Die Fotos fand sie immer zum Jubeln.

Irgendwann ruft die Mutter sie. Sie müssen aussteigen. Das kleine Mädchen hüpft vom Sitz und geht. Einfach so. Ich denke noch, sie sollte sich verabschieden. Aber wir sehen uns bestimmt wieder.