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Dorothee Janssen

Schlamm

Der Boden im Wald ist vollgesogen. Das Wasser quillt gemächlich aus dem Boden und rieselt erst und fließt dann schräg hinab bis es keine Neigung mehr gibt. Die Waldarbeiter fanden nur schwer Halt auf dem glitschigen Untergrund. Jetzt ist der Baum ab, die Arbeit geschafft, das Holz abtransportiert. Sie stehen am Büdchen vor dem Bahnhof, wo es in der Stadt die beste Currywurst gibt. Ihre Hoffnung richtet sich auf den Rest des Tages, den Verein, das Fernsehprogramm. Sie geraten in eine Diskussion um Politik, aber sie sind zu müde, um noch ihren Standpunkt zu behaupten.

Im Wald ist immer noch keine Ruhe eingekehrt. Jugendliche haben einen mobilen WLan-Router aufgestellt. Einige kümmern sich um die Technik, andere sehen sich aufmerksam um. Der Ort ist ideal. Sie schnuppern den Duft des frisch geschlagenen Holzes, betrachten die Spuren der Arbeit und bleiben vor dem Wasserlauf stehen. Die Arbeiter hatten eine Kerbe in den Waldboden gezogen, damit das Wasser wenigstens an einigen Stellen in eine Richtung abläuft, die sie bestimmen können. Die Vögel drehen jetzt noch einmal so richtig auf. Die Jugendlichen müssen lachen. Sie drehen einen Beitrag für ihren Youtube-Kanal.