Skip to main content

Dorothee Janssen

Das Problem mit dem Briefkasten voll Bettelbriefe und anderer vorweihnachtlicher Blödsinn

3 min read

Bringt es eigentlich was, Bettelbriefe abzubestellen?

Das größte Problem bei einigen Tagen Abwesenheit ist mein Briefkasten. Bei Rückkehr ist er voll. Um diese Jahreszeit sind das Bettelbriefe. Furchtbar. Das mit der Werbung hab ich gut im Griff. Da reicht ein Aufkleber, um das Gröbste zu verhindern. Aber diese Bettelbriefe! Die bedanken sich bei mir mit Adressaufklebern für Spenden, die ich nie getätigt habe. Es sind sogar anerkannte Player darunter. Und ich bin nicht sicher, ob diese Spams unterbunden werden können, wenn ich da mal anrufe. Ich fürchte den Verkaufsexperten von der Sorte Hessie James.

 

Hessi James from Th Sp on Vimeo.

Dabei will auch ich nur helfen. Das tu ich mit all meinen Mitteln. Und mehr werde ich nicht helfen können, weil ich mehr einfach nicht habe. Ich habe übrigens auch nicht mehr Zeit, wenn man mich unter Druck setzt. Aber das können fremde, ferne Menschen nicht wissen. Auch Nachbarn und Kollegen wissen das in der Regel nicht, weil ich immer so freundlich bin. Da hilft nur :

Tür zu

Mein Briefkasten gehört nicht zu meiner Komfortzone. Das ganze Konzept Briefkasten müsste mal runderneuert werden. Da sind beispielsweise Nachrichten vom Paketdienst drin, wo ich mein Paket abholen kann. Da ich auf dem Land (ein Ort, der die Nachteile der Stadt mit den Nachteilen des Dorfes kombiniert) wohne und nicht über ein Auto (!) verfüge, muss ich laufen oder den ÖPNV nutzen. Zum Abholen eines Paketes muss ich eine Stunde meiner Lebenszeit aufwenden. Manchmal kann ich den Weg mit anderen Wegen kombinieren. Das gelingt leider nicht immer. Warum sollte ich dann Dinge über das Internet bestellen? Der Dienstleister am Ort bringt mir die Waschmaschine ins Haus, schließt sie an und kommt auch raus, wenn was ist. Waschmaschine *check. Bücher ist schon schwieriger. Aber die kann ich gut in einer Großstadt beim Buchhändler meines Vertrauens Proust und mehr vorbestellen und abholen, wenn ich sowieso auf dem Weg zu meinem Arbeitgeber bin. Lebensmittel kommen aus der Abokiste oder aus dem kleinen Laden am Ort, der Menschen mit Behinderung beschäftigt, die Teil einer WfbM sind (aber das ist schon wieder ein neues Faß).

Wozu brauche ich einen Briefkasten? Ach ja: das Neues Ruhrwort gibt es immer noch nicht in digitaler Form. Private Briefe und Postkarten kommen auch manchmal. Aber das erledigt sich von alleine. Ich gehe nämlich nicht auf Geburtstagsfeiern. Vor Weihnachten verschiebt sich das Problem im Freundeskreis in das Thema Weihnachtsmarkt. Die wollen immer alle auf Weihnachtsmärkte *seufz*. Glücklicherweise sind die echten Geheimtipps nicht auf der WDR-Seite. Sie treffen mich im Industriemuseum Ennepetal.

Das Problem mit dem Briefkasten ist das einzige Problem meines Lebens, das ich für unlösbar halte.